Bresnik: „Der Tod des Daviscups“. Der Innermanzinger Günter Bresnik kritisiert die Reform des traditionsreichen Teambewerbs heftig.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 21. August 2018 (02:46)
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Günter Bresnik, einst Daviscup-Captain, findet klare Worte zur Daviscup-Reform.

Die von der ITF diese Woche beschlossene Reform des Daviscups gefällt den Innermanzinger Starcoach und langjährigen österreichischen Daviscup-Chef Günter Bresnik überhaupt nicht. „Für mich ist das der Tod vom Daviscup, diesen Bewerb gibt es nicht mehr“, stellt er einmal mehr in gewohnt prägnanter Deutlichkeit klar. Er bemängelt, dass mit der Austragung an einem neutralen Ort einfach die Daviscup-Stimmung komplett verloren gehen wird.

Die Daviscup-Heimspiele gegen die USA oder Deutschland mit Thomas Muster sind in die Sportgeschichte eingegangen. Diese prickelnde Stimmung wird es nicht mehr geben. Auch ein tolles Daviscup-Flair wie beim letzten Heimspiel gegen Weißrussland in St. Pölten ist ab kommender Saison Geschichte. Vom 14. bis 16. September wird Österreich mit Dominic Thiem zum letzten Mal ein Heimspiel in Graz bestreiten.

Droht ein „Boykott“ durch die Topspieler?

Bresnik hält auch den vorgesehenen Termin am Ende der Saison nach dem Masters für völlig absurd. „Da spielt keiner der Top Ten nach dem Masters mit“, ist er überzeugt.

Zudem bekräftigte Bresnik gegenüber der APA, dass sich der Players Council der ATP mit 9:0 einstimmig gegen diese Neuerungen ausgesprochen hat. „Wenn dann die Verbände trotzdem dafür stimmen, kann man ihnen nicht mehr helfen. Ich bin auch enttäuscht, dass sich der österreichische Verband der Stimme enthält. Das verstehe ich gar nicht. Ich und nicht nur ich, habe ihnen oft genug gesagt, was davon zu halten ist. Die, die wissen was Daviscup ist, brauchen da ja keine Sekunde nachzudenken.“

Dass der große Geldfluss die Entscheidung maßgeblich beeinflusst hat, ist auch Bresnik klar. „Der Verband braucht Geld, aber da können sie sich auch anderweitig darum kümmern, aber das ist das Einfachste: Ich brauche keine Veranstaltung machen und kriege mein Geld. Aber wen interessiert es schon, wenn Seppi gegen Dennis Novak in Moskau spielt? Kein Schwein, interessiert das, da wird keine Atmosphäre sein.“

Bresnik: Thiem-Start bei US-Open offen

Deutlich ist der Innermanzinger auch, was den Turnierstart seines Schützlings beim letzten Grand-Slam-Turnier dieses Jahres, den US Open betrifft. „Dominic wird nur spielen, wenn er hundertprozentig fit ist, alles andere hat keinen Sinn“. Bresnik ist trotzdem bereits zu den US Open nach New York abgereist, um sich selbst ein Bild vom gesundheitlichen Zustand Thiems zu machen. „Die nächsten Tage wird über einen Start entschieden.“ Für halbe Sachen ist der Innermanzinger bekanntlich nicht zu haben.

„Dominic hat noch nichts trainiert. Wir werden heute Abend eine Stunde locker schlagen, dann wird man das Training langsam steigern und schauen wie er am Donnerstag, Freitag beieinander ist“, meinte Bresnik am Sonntag.