Bresnik schreibt mit Thiem Geschichte. Dominic Thiem ist erster Österreicher beim Masters seit 1997 Muster. Sein Erfolgscoach zieht Bilanz.

Von Ernst Klement. Erstellt am 08. November 2016 (05:38)
Entspannt ließ sich Günther Bresnik am Samstag von Gattin Kathi als Punschverkäufer an deren Stand einspannen. Auch die Eltern von Dominic Thiem, Karin und Wolfgang, sowie die Großeltern besuchten den Coach beim Weihnachtsmarkt in Innermanzing und gemeinsam wurde auf den großen Erfolg mit Weihnachtspunsch angestoßen.
NOEN, Ernst Klement

Es ist schon ein sporthistorische Ereignis für Österreich: Dominic Thiem, Schützling des Innermanziger Meistertrainer Günther Bresnik, schlägt als erster Österreicher seit Thomas Muster 1997 wieder bei einem Finale der besten acht Spieler in London auf und krönt damit eine außergewöhnliche Saison.

Bresnik: „Zu Saisonbeginn haben wir vom Masters-Finale nicht einmal geträumt, jetzt ist es Realität“

Am Samstag traf Bresnik rechtzeitig aus Paris in Innermanzing ein und half am Nachmittag seiner Gattin Kathi beim Weihnachtsmarkt. Vergessen sind das frühe Aus in Wien und Paris und die Freude über das Erreichen des Masters überwiegt alles: „Zu Saisonbeginn haben wir vom Masters-Finale nicht einmal geträumt, jetzt ist es Realität“, kann es auch Bresnik kaum fassen. Aber wie schreibt er so schön in seinem Buch: „Träume nicht von deinem Leben, sondern lebe deine Träume!“

Aber selbst in seiner langen und so erfolgreichen Trainerkarriere ist dieser Erfolg Thiems ein besonderer: „1992 war ich zuletzt als Trainer von Boris Becker beim Masters, nun darf ich das unglaubliche Spektakel mit Dominic erleben, denn ich aber anders als Boris von Beginn an zum Topspieler entwickeln durfte“, freut er sich.

Masters ist der Beginn einer großen Karriere

Thiem ist im erlauchten London Masters-Finale, dass Djokovic, Murray, Wawrinka, Monfils, Cilic, Raonic (oder falls verletzt doch Berdych und Nishikori bestreiten werden, mit 23 Jahren der mit Abstand jüngste Athlet. „Etliche biegen bereits in die Zielgerade ihrer Karriere ab, wohingegen Dominic noch alles vor sich hat“, sieht Bresnik diese Teilnahme daher nicht nur als Krönung der Saison, sondern auch den Anfang von etwas ganz Großem. Aber auch er weiß: „Alles, was jetzt kommt, ist nur Draufgabe. Das Masters ist eine riesige Show, zwei ausverkaufte Sessions pro Tag, alles wie in einer Märchenwelt, einzigartig“, zieht Bresnik auch einen Vergleich mit Becker: „Boris stand 1992 beim Masters unter Druck, musste gewinnen und tat dies auch, von Dominic erwarte ich mir diesmal noch nicht so viel.“

Bresnik-Buch als Verlaufsschlager

Bis Mittwoch wird Bresnik noch mit Thiem in der Südstadt trainieren, dann gehts nach London. Aber der Innermanzinger schwimmt auch mit seinem Buch „Die Dominic-Thiem-Methode“ auf der Erfolgswelle. „Besonders stolz bin ich, dass sich das Buch nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland bestens verkauft“, hat er dafür auch eine Vermutung: „Wohl auch deshalb, weil die Deutschen schon lange auf der Suche nach einem neuen Boris Becker sind!“ Beim Masters Finale in London ist weder ein Deutscher noch ein US-Amerikaner dabei.