Trick mit Folgen?. Ober-Grafendorf soll Spieler unter "falschem" Pass eingesetzt haben. Die Partie ist allerdings schon beglaubigt.

Von Wolfgang Wallner und Manuel Burger. Erstellt am 27. Oktober 2014 (16:31)
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Trainer Michael Mitterböck

Der ATSV Ober-Grafendorf kommt nicht zur Ruhe. Erst die sportliche Talfahrt in der 1. NÖN-Landesliga, dann die Trennung von Trainer Michael Mitterböck. Und nun machen auch noch Gerüchte die Runde, die dem ATSV Punkte kosten können. Jene vom 1:0-Erfolg gegen Gaflenz nämlich. Dabei sollen die Pielachtaler einen Kicker unter falschem Pass eingesetzt haben. Der Verein dementiert. „Das höre ich zum ersten Mal. Ich weiß nichts davon“, sagt Obmann Josef Mitterböck.

Von den Gerüchten hat allerdings selbst NÖFV-Präsident Ludwig Binder schon gehört. „Beim Verband eingelangt ist aber noch nichts“, hält Binder fest. Ein Rechtsmittel könnte allenfalls „Gaflenz als betroffener Wettspielgegner“ einbringen. „Die Partie ist ja bereits beglaubigt“, erklärt der Verbandspräsident. Die Oberösterreicher könnten beim NÖFV eine Wiederaufnahme bewirken. Auch sie dürften Wind vom vermeintlichen Verstoß bekommen haben. Der NÖN wurden jedenfalls Insider-Infos zugespielt.

Einige Kicker wollen die Koffer packen

Diesen Informationen zur Folge soll gegen Gaflenz am 13. September zur Pause nicht der als Eigenbau-Kicker am Blankett stehende Manuel Zimmel für Soner Gökmen gekommen sein. Sondern der Anfang August geholte Youngster Denis Lacic.

In der Mannschaft dürfte es mittlerweile gehörig rumoren. Von einem halben Dutzend Kicker, das schon am Absprung sein soll, ist die Rede. Zudem hängen dem Verein die schleppenden Auszahlungen nach. „Ginge es immer nach den Gerüchten, gäbe es den Verein nicht mehr“, relativiert Pressesprecher Fritz Dibidanzl.

„9.000 Euro sind offen, es gibt aber eine Vereinbarung mit der Spielergewerkschaft“, erörtert Mitterböck, dessen Klub nach den Überprüfungen durch die Sozialversicherung und das Finanzamt im März auch aufgrund der Nachzahlungen „ins Strudeln“ gekommen ist. Trotzdem: Im Winter sollen laut Mitterböck „fünf gestandene Spieler“ neu zum Verein kommen und verhindern, dass der ATSV nach unten durchgereicht wird.
 

Hintergrund

Sein Abgang eröffnete eine turbulente Woche für den ATSV Ober-Grafendorf: Trainer Michael Mitterböck. Die Pielachtaler wollen den nunmehrigen Ex-Coach beim Verein halten.

Der Aufreger: Gerüchte kursieren rund um die Gaflenz-Partie im September. Die hatte der Regionalliga-Absteiger mit 1:0 gewonnen. Dabei soll Denis Lacic mit dem Pass von Manuel Zimmel gespielt haben. Ohne Zimmel wären nicht die erforderlichen acht Eigenbauspieler im Kader gestanden.

Das sagt die Regel: Sollten sich die Gerüchte erhärten, droht eine Strafverifizierung (3:0). Nur Gaflenz als direkter Gegner kann ein außerordentliches Rechtsmittel erheben. ww