Neulengbacher Duo beim Race Around NÖ in den Top 10

Erstellt am 01. Juni 2022 | 02:44
Lesezeit: 4 Min
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Sabine Kornelson mit ihrer RAN-Crew vom RC Neulengbach, Andreas, Leonhard und Dieter.
Foto: Foto privat
Sabine Kornelson und Karl Pötzl stellten sich der Herausforderung über 600 Kilometer.
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Das Ultra-Radrennen Race Around Niederösterreich (RAN) wurde heuer zum vierten Mal ausgetragen und zum dritten Mal waren nun auch schon Aktive vom RC Neulengbach am Start. 600 Kilometer, gespickt mit 6000 Höhenmetern, sind bei dieser Rundfahrt um Niederösterreich ausgehend von Weitra Non-Stop zu befahren.

Ein Rekordstarterfeld von 200 Teilnehmern stellte sich am Wochenende dieser Herausforderung, darunter Sabine Kornelson und Karl Pötzl.

„Nicht nur langes Training in der Vorbereitung ist notwendig, auch der Materialaufwand und die Versorgung will gesichert sein, wenn ein solches Unterfangen gelingen soll.“ Sabine Kornelson

Unterstützt von ihren Crews, jeweils drei Betreuer (Andreas, Leonhard und Dieter bei Kornelson, Jürgen, Markus und Dominik bei Pötzl) in einem Begleitauto, war das erklärte Ziel die Ankunft. „600 Kilometer am Rad sind lang und ein Finish ist keine Selbstverständlichkeit, wie einige Aufgaben auch heuer wieder gezeigt haben“, erklärt Pötzl.

Aber mit BZ-Bau, ELK Fertighaus und Fun-Force als Unterstützer war eine professionelle Vorbereitung und Durchführung des Rennens möglich. „Nicht nur langes Training in der Vorbereitung ist notwendig, auch der Materialaufwand und die Versorgung will gesichert sein, wenn ein solches Unterfangen gelingen soll“, weiß Kornelson, die am Freitag um 16:44 Uhr ins Rennen ging.

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Auch Karl Pötzl (vorn) hatte mit Jürgen, Markus und Dominik eine dreiköpfige Helfercrew beim Rennen rund um Niederösterreich.
Foto: privat

Für Pötzl war es dann um 18:06 Uhr so weit. „Die Bedingungen bis in die Nacht waren sehr gut“, schildert Pötzl. Mit wenig Wind ging es bei lauen Temperaturen durch das hügelige Waldviertel.

Die Stimmung in den Teams war gut, die Pace ebenso und einige Teilnehmer wurden rasch eingeholt. Jeder fuhr sein eigenes Rennen und seine eigene Strategie. Aber natürlich wurden im Vorfeld gemeinsam die besten Optionen ausgelotet. So stand beispielsweise für beide Neulengbacher bei Kilometer 360 ein Wechsel vom Zeitfahr- aufs Rennrad am Programm.

„Magenstreik“ bei der Radtortur

Die Ernährung ist bei Ultra-Rennen ein wichtiges Kriterium. Daher wurde diese im Vorfeld ebenfalls penibel ausgeklügelt und diesbezüglich fürs Rennen die Verpflegung den Betreuern überantwortet. Doch so akribisch die Vorbereitung in diesem Punkt auch war, so niederschmetternd das Ergebnis: „Unsere Mägen streikten und Unwohlsein machte eine weitere Energieaufnahme bei mir und Sabine fast unmöglich“, schildert Pötzl.

Doch die Crews reagierten und schafften es mit „Hausmitteln“ wie Cola und Kaugummi, dass die Athleten zurück in die Spur fanden. Die Nacht ging ohne weitere besondere Ereignisse vorbei und frühmorgens wurde der Semmering befahren, wo es eine Labestation gab. Dankbar nahmen die Betreuer den angebotenen Kaffee an!

Ein wenig später kam für Sabine eine Hiobsbotschaft: Die elektronische Schaltung versagte ihren Dienst und sie musste aufs Reserverad umsatteln. „Auch das hatten wir dank unserer Sponsoren glücklicherweise mit an Bord“. Die Schaltung konnte aber von der Crew repariert werden und bei nächster Gelegenheit konnte Sabine wieder aufs „Einserrad Rad“ steigen.

So gut die Bedingungen am Start waren, so schlecht waren sie dann im Höllental. Ohnehin ein unangenehmer Abschnitt, geht es doch von den Adlitzgräben weg die nächsten hundert Kilomter ständig leicht bergauf, war es ausgerechnet im Höllental empfindlich kalt. Es sollte aber nicht so bleiben, denn je näher man dann dem Ziel in Weitra kam, desto wärmer wurde es wieder.

Aber zumindest die Strecke bleibt tückisch! Die letzten 70 Kilometer, wenn die Beine schon nicht mehr treten wollen, geht es von Ybbs über das Yspertal Richtung Ziel ständig bergauf. „Da ist mentale Stärke gefragt“, weiß auch Kornelson, dass dieser Teil hauptsächlich mit dem Kopf und weniger mit den Beinen gefahren wird.

Die Belohnung nach der Ziellinie

Letztlich war es für beide Teilnehmer ein erfolgreiches Wochenende. Kornelson konnte in 24:43 Stunden am zweiten Platz der Damen-Solo-Wertung finishen und Pötzl wurde in 20:24 Zehnter bei den Herren.