Gloggnitzerin wurde Sportlerin des Jahres 2020. Die 17-jährige Gloggnitzerin Veronika Aigner wurde im Rahmen der Lotterien Sporthilfe-Gala in der Wiener Marx-Halle zur Behindertensportlerin des Jahres 2020 gekürt.

Von Julian Widermann. Erstellt am 18. November 2020 (01:22)
APA/Punz

Gebannt lauschten die Skiathletinnen-Geschwister Veronika und Elisabeth Aigner der Stimme von Schauspielerin Edita Malovcics. Das Herz schlug den Skistars in dem Moment bis zum Hals. Als Malovcic dann jedoch verkündete, dass Veronika Aigner von den österreichischen Sportjournalisten zur Behindertensportlerin des Jahres gewählt wurde, erfasste die beiden eine emotionsgeladene Welle des Stolzes und der Erleichterung sondergleichen. Auch zu Hause im Elternhaus kannten die Freude und der Stolz keine Grenzen mehr.

Im knallroten Abendkleid betrat die sehbehinderte Veronika mit Schwester und Guide Elisabeth Aigner unter tosendem Applaus die Bühne. Was gerade vor sich ging, konnte sie in diesem Moment kaum realisieren: „Als unser Name verkündet wurde, blieb mir im ersten Moment die Luft weg und beim Hinaufgehen auf die Bühne kamen mir fast die Tränen. Meine Hände wurden auf der Bühne ganz schwitzig vor Nervosität. Jedoch war es auch ein so wunderschönes Gefühl“, schildert die 17-jährige Veronika Aigner dieses einzigartige Erlebnis.

Auch im beschaulichen Gloggnitz wussten Mutter Petra und Vater Christian Aigner kaum wohin mit den Emotionen: „Es lief mir eiskalt den Buckel hinunter vor lauter Freude. Damit hat absolut niemand gerechnet. Und da kommen einem vor dem Fernseher dann schon die Tränen. Vor allem haben das die Mädels ganz alleine geleistet. Wir als Eltern sind nur im Hintergrund gestanden und haben die beiden unterstützt, wo es nur geht“, berichtet die überglückliche Mutter. Auch vonseiten der Gloggnitzer Sportlerinnen kam der Sieg völlig überraschend: „Ich und Lisi haben uns natürlich riesig gefreut, dass wir bei der Sportgala dabei sein haben dürfen. Alleine das war schon eine große Ehre, die nur ein sehr kleiner Teil der Sportler erleben darf. Wir sind eigentlich mit dem Gedanken hingefahren, dass wir eh nicht gewinnen werden und haben uns einfach über das Dabeisein gefreut. Mit dem Gewinn haben wir überhaupt nicht gerechnet“, so Skistar Vroni Aigner über die eher doch niedrigen Ansprüche.

„Beim Hinaufgehen auf die Bühne kamen mir fast die Tränen!“ Veronika Aigner über den Moment, als sie die Bühne betrat.

Ausgezeichnet wurde die 17-Jährige, bei der nach der Geburt Grauer Star festgestellt wurde, für ihre Erfolge im Para-Alpin-Europacup. Aigner, die laut eigener Aussage ihr Umfeld „trüb“ und „verschwommen“ wahrnimmt, konnte im Winter 2019 die Europacupwertungen im Slalom- und Riesenslalom gewinnen. Unmöglich wäre dies ohne Schwester Elisabeth Aigner (22) gewesen, die als Guide stets vorausfährt und an der sich die Behindertensportlerin orientieren kann. „Dieser Erfolg hat sehr viele Glücksgefühle in uns ausgelöst und noch mehr Motivation, als eh schon da war“, so Veronika Aigner.