Evelyne Lachner übertrifft eigene Erwartungen. Evelyne Lachner startete am Großglockner Trail und traf als Zweitschnellste im Ziel ein. Sie selbst hätte damit nicht gerechnet.

Von Julian Widermann. Erstellt am 07. August 2018 (05:00)
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Ganz locker. Evelyne Lachner holte sich den zweiten Rang und freute sich.

Der Großglockner Trial umfasst 75 Kilometer und 4.000 Höhenmeter. Eine große Herausforderung, die Evelyne Lachner annahm, aber dennoch recht locker anging, da sie an eine Spitzenposition gar nicht dachte. Ihr Körper und ihre mentale Stärke sollten sie dann eines Besseren belehren…

Lachner ging ruhig und besonnen an den Start. Beim Start in Kaprun, um fünf Uhr in der Früh, hatte die Athletin nur ein Ziel und das lautete: In Kaprun anzukommen. Wann genau, war scheinbar nicht so wichtig: „Es störte mich auch gar nicht, von vielen Läufern überholt zu werden. Ich wusste um die Schwierigkeit der Strecke und außerdem war das Damenteilnehmerfeld international so stark besetzt, dass ich mir keine Chancen auf die vordersten Plätze ausrechnete!“

Nach gut einer Stunde merkte die Läuferin dann doch, dass sie zum Überholen anfing und realisierte, dass es ganz gut vorangeht. Nach 25 Kilometern und 2000 Höhenmetern dann die bisher größte Überraschung für Evelyne Lachner: „Dort schreckte ich mich fast, da ich die tschechische Favoritin sah. So langsam konnte ich nicht unterwegs sein!“ Ins Dorfer Tal lief die erfolgswillige Sportlerin nahezu parallel mit einer um 20 Jahre jüngeren Läuferin aus Dubai.

Eine besonders kuriose, aber dennoch effektive Motivation fand Lachner dann im Aufstieg auf die Kalser Traun. Denn ab da hatte sie im Kopf, nach 43 Kilometern ihren Ehemann zu sehen. Gegen Ende der Challenge wurden Lachner, die tschechische Favoritin sowie die junge Dame aus dem Nahen Osten zu den Alleinunterhalterinnen. Die Zuschauer konnten den Rennverlauf mittels App selbst unter die Lupe nehmen. „Es war ein fast gemeinsames Laufen, mit vielen Führungswechseln“, stellte die Läuferin fest.

Als noch fünf Kilometer zu überwinden waren, wurde es dann richtig mühsam, da bei glühender Hitze ausschließlich auf Asphalt gelaufen werden musste. Lachner taten bereits die Oberschenkel weh, doch sie gab nicht auf und kam nach 11:10 Stunden als Zweite ins Ziel.