Polleres holt EM-Bronze!. Michaela Polleres galt bereits im Vorhinein als heißeste Anwärterin auf eine Medaille bei der Europameisterschaft in Tel Aviv. Aus der Hoffnung wurde Bronze.

Von Julian Widermann. Erstellt am 01. Mai 2018 (02:00)

Michaela Polleres machte ihren Ambitionen und denen von Österreich bei der EM in Israel alle Ehre. Sensationellerweise errang sie in einem beinharten Wettbewerb die Bronzemedaille. Weder die Titelverteidigerin, noch die Weltranglisten-Dritte konnten Polleres das Wasser reichen.

„Unglaublich, das Mädel hat einen Tag gehabt. Das war ihre Sternstunde“, kam ihr Vereinstrainer Adi Zeltner aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus und lobte ihre Leistungen in höchsten Tönen. Die routinierte Athletin startete gegen die Belgierin Roxanne Taeymans mit einem Sieg bravourös. Doch dann kam ein schier unlösbares Highlight.

Adi Zeltner hatte dazu einen passenden Kommentar parat: „Vor ihr fürchten sich alle!“ Auf die Österreicherin wartete nämlich niemand geringerer als Marie Eve Gahie – die laut der Weltrangliste drittbeste Judokämpferin der Welt. So schnell fest stand, dass ein Sieg unlösbar erscheint, so schnell überraschte Polleres ihre gefürchtete Gegnerin mit einer Kontertechnik nach exakt zwei Minuten und zog umjubelt ins Viertelfinale ein.

Den anschließenden Kampf um den Poolsieg gegen die Britin Gemma Howell konnte sie zwar nicht für sich entscheiden. Dafür zwang sie in der Begegnung um das kleine Finale die regierende Europameisterin Sanne van Dijke mit einem sehenswerten Ippon zu Boden. Damit wahrte sie die Chance auf eine Medaille. Im entscheidenden Kampf gegen die Kroatin Barbara Matic spielte die 20-Jährige ihre bereits gewonnene Routine aus. Matic wurde mit einer wunderschönen Aushebetechnik besiegt. Die Bronzemedaille war ihr damit sicher.

Rückblickend auf den Gesamtverlauf schlug Michi Polleres die Europameisterin sowie auch die Weltranglisten-Dritte sowie die Vierte in dieser Wertung.

Tina Zeltner startete nach einer Pause vom Leistungssport erstmals wieder bei einem großen Turnier. Diese hat ihr anscheinend sehr gut getan. Der Auftaktsieg gegen die Ukrainerin Yulija Hrebenozhko wurde ungefährdet eingefahren. Nach bereits 25 Sekunden war auch die zweite Gegnerin geschlagen. Im Fight um den Poolsieg bekam Zeltner es mit einem anderen Kaliber zu tun. Die Europameisterin aus Deutschland von 2015, Martyna Trajdos, ließ der Tochter von Trainer Adi Zeltner keine Chance.

Obwohl sie auch gegen die Britin Lucy Renshall nicht siegen konnte, reichte ihre Leistung für den tollen siebenten Platz. Auch Aaron Fara konnte seine ersten beiden Kontrahenten dominant besiegen. Der Kampf um den Poolsieg wie auch der in der Hoffnungsrunde konnte lange offen gehalten werden. Am Ende musste sich Fara dennoch geschlagen geben, konnte seine Freude über den siebenten Platz allerdings schwer verbergen. Lukas Reiter konnte keine Erfolge verbuchen.