Letzte Olympia-Chance für Wimpassing-Judoka Reiter. Michaela Polleres und Lukas Reiter schieden beim Crème de la Crème-Bewerb des europäischen Judos in Paris bereits in Runde eins aus. Reiter bangt um Olympia-Startplatz.

Von Julian Widermann. Erstellt am 11. Februar 2020 (02:38)
Keine Feierlaune. Im Vergleich zum Weltcup in Oberwart 2019 (sie gewann Gold) gab es beim Grand Slam 2020 nichts zu holen.
Christian Polleres

Der Grand Slam in Paris, das wohl populärste und prestigeträchtigste Judo-Event in Europa, endete für die JC Wimpassing-Athleten Michaela Polleres und Lukas Reiter bereits in der ersten Runde. Während Polleres jedoch ohnehin die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio fix inne hat, werden für Reiter bei den kommenden Spitzenbewerben die Resultate entscheidend sein.

„Bei Michaela geht es nur mehr darum, sich zu verbessern“

Polleres bekam es in der Klasse bis 70 Kilogramm mit der Japanerin Saki Niizoe zu tun, die in der Weltrangliste Platz 15 belegt. Polleres ist auf Rang sieben gereiht. Den Kampf entschied die Asiatin mittels der Technik „Harai goshi“ im entscheidenden Wurf für sich. Dabei wird die Gegnerin gepackt, ihr mit einem Beinfeger der Stand genommen und über die Hüfte der Attackierenden auf die Matte befördert.

Ein Detail am Rande: Beide waren schon fix qualifiziert für Olympia. Polleres aufgrund ihrer vorherigen Leistungen (aktuell Rang vier im Olympia-Ranking), und Niizoe, weil sie aus dem Gastgeberland stammt. „Bei Michaela geht es nur mehr darum, sich zu verbessern und Leute zu schlagen, die sie bisher noch nicht besiegen konnte“, so Trainer Adi Zeltner. Im weiteren Verlauf des Turniers wurde erst richtig klar, in welcher Form sich die Japanerin eigentlich befand, als sie Weltmeisterin und Weltranglistenerste Marie Gahie aus Frankreich aus dem Turnier warf.

Trainer Adi Zeltner: „Luki braucht jetzt jeden Punkt“

Lukas Reiter verlor in Runde eins in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm überraschend gegen den Deutschen Schamil Dzavbatyrov, der sich im World-Ranking auf Platz 133 befindet. Lukas Reiter dagegen auf Rang 56. Im externen Olympia-Ranking reiht er sich als 51. Judoka ein, er müsste allerdings unter die besten 25 Athleten gelangen, um das olympische Feeling hautnah auf der Matte miterleben zu können.

Schon diese Woche geht es für ihn beim Heimweltcup in Oberwart weiter, kurz darauf folgt der Grand Slam in Düsseldorf. Anfang März steht der Grand Prix in Rabat/Marokko an, wo auch Aaron Fara antreten wird, der sich momentan auf Rang 31 in der Klasse bis 100 Kilogramm befindet und auch noch Punkte benötigt. Danach wird für alle Athleten eine Zwischenrechnung durchgeführt, für wen die Quali noch möglich wäre. „Luki braucht jetzt jeden Punkt“, so Zeltner.