Matthias Klaus und der Hang zum Extremen. Extremsportler Matthias Klaus stößt bei seinen Hardcore-Marathonläufen regelmäßig an seine Grenzen und hatte schon mit Schlangen und Halluzinationen zu kämpfen.

Von Julian Widermann. Erstellt am 16. September 2020 (00:23)
Extreme Belastungen. Wenn Matthias Klaus einen Ultramarathon wagt, kann es auch schon mal zu Ausfallserscheinungen kommen.
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Matthias Klaus begann im Alter von 19 Jahren mit dem Langzeitprojekt „Ultramarathon“. Seitdem trieb es ihn unter anderem in den indonesischen Dschungel sowie auch in die brütend heiße Hitze der Wüste in Utah. Vor kurzem wagte es der Extremsportler, beim „Swiss Peaks Trail“ 314 Kilometer quer über die höchsten Berge der Schweiz in Angriff zu nehmen. Bei 104 Stunden und 45 Minuten auf den Beinen, fand Klaus gerade einmal vier Stunden Schlaf.

Im Jahr 2017 kämpfte sich der heute 29-Jährige, 34 Stunden lang auf der indonesischen Insel Java durch den Dschungel bis hin zum ersten Platz. Neben der hohen Luftfeuchtigkeit konnte auch hinter jedem Gestrüpp eine tierische Gefahr lauern. Seinen bisher größten Erfolg und Distanzrekord feierte Klaus zwei Jahre später, in der US-amerikanischen Wüste nahe des Arches National Park, im US-Bundesstaat Utah. Dabei legte er im heißen Sand in 65 Stunden 246 Kilometer zurück. Begleitet wurde er von starken Temperaturschwankungen. Außerdem musste er stets vor Klapperschlangen auf der Hut sein.

Sein neuestes Kapitel in der Schweiz hatte es ebenso in sich. Gestartet am Aletschgletscher, im Kanton Wallis, führte es Klaus direkt vorbei am sagenumwobenen Matterhorn. Anschließend kämpfte er sich durch das Gebiet des Mont Blanc, an der Schweiz-Französischen Grenze. Schließlich folgte der Endspurt über die Schweizer Alpen mit Ziel Genfer See. Die Belastungen für Körper und Geist waren enorm. Klaus bewältigte den Ultra-Marathon in vier Tagen, acht Stunden sowie 45 Minuten. In dieser Zeit fand er auch nur zu vier Stunden Schlaf.

„Die Schwierigkeiten des Rennens lagen zu Beginn vor allem an der Kälte und den etwa 30 Zentimeter Neuschnee. Außerdem musste ich gefährliches Blockgelände passieren und vorbei an rutschigen Kletterstellen. Am Ende des Rennens kamen zusätzliche Schwierigkeiten durch extreme Übermüdung, Sekundenschlaf sowie Halluzinationen hinzu. Unter 300 Teilnehmern schaffte er es auf den 49. Rang. Zugleich war Klaus auch der einzige Österreicher und jüngste Finisher.