Kämpfen statt aufgeben. Jennifer Schebesta ist Kapitänin des ATSV Ternitz in der 1. Landesliga und als Allrounderin, die das Spiel taktisch zu lesen weiß, eine enorm wichtige Stütze ihres Teams.

Von Julian Widermann. Erstellt am 07. April 2021 (01:11)
Zum Sprung angesetzt. Als Mittelangreiferin ist Jennifer Schebesta sowohl offensiv als auch defensiv besonders gefordert.
Philipp Tikowsky, Philipp Tikowsky

Seit Jahren führt Jennifer Schebesta das Frauenteam des ATSV Ternitz auf den Platz, welches nicht zuletzt auch dank ihr aktuell auf einer Erfolgswelle reitet. Schon immer war die heute 30-Jährige vom Volleyball begeistert und ging bereits in der U19 des ATSV stets voran. Selbst als sich die Altendorferin eine schwere Verletzung zuzog, welche eine Zeit voller Rückschläge zur Folge hatte, konnte sie nicht aus der Bahn geworfen werden. Ganz im Gegenteil: Die Sportlerin kam gestärkt aus dieser schwierigen Lebensphase zurück und visiert mit ihrem Team zur kommenden Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga an.

Angefangen hat bei Schebesta alles im 4. Jahrgang der Volksschule, wo im Zuge des Unterrichts die ersten Volleyballübungen durchgeführt wurden. Eines Tages unternahm ihre Klasse dann einen Ausflug ins Budo-Center nach Wien, wo sie sich ein Spiel des Männerteams der Aon Hotvolleys anschauten, die zugleich die erfolgreichste Mannschaft Österreichs ist. Ab diesem Moment erreichte die Begeisterung für Volleyball ein völlig anderes Niveau bei der damals noch sehr jungen Schebesta. Später in der Schülerliga sammelte die Jugendliche dann schließlich erstmals Matcherfahrung und begann, einmal wöchentlich verbissen zu trainieren, bis sie mit einer Auswahl der HAK Neunkirchen 2005 Mixed-Landesmeisterin wurde. Dies war der erste große Erfolg der heute 30-Jährigen. Mit 16 startete sie dann ihre Karriere beim ATSV Ternitz und wurde in der U19-Mannschaft aufgenommen. Dass sie mit diesem Verein noch viele emotionale Höhen und Tiefen erleben wird und dass ihre Zeit dort prägend für ihr Leben sein wird, ahnte Schebesta damals noch nicht.

„Die beste Freundin einpacken und ab in die Halle!“ Jennifer Schebesta über den einfachen Weg, durchzustarten.

Bereits in der U19 spielte die Altendorferin groß auf und bewies Führungsqualitäten, sodass sie zur Kapitänin ernannt wurde. Ihre ersten Meistertitel mit dem ATSV erkämpfte sich die Mittelangreiferin mit ihren Teamkolleginnen in der 1. Klasse OST. Die Karriere der jungen Volleyballerin ging steil bergauf und sie wurde auch in den Kader der 1. Damenmannschaft berufen. Doch mit 23 verletzte sich Schebesta plötzlich im Zuge einer Offensivaktion am Meniskus und Kreuzband, sodass für sie eine zweijährige Leidenszeit anbrach: „Die Verletzung war echt schrecklich. Kein Sport – vor allem kein Volleyball – das war körperlich und psychisch eine ziemlich schlimme Zeit. Es folgten OP und viele Therapien. Jedoch bin ich ein sehr ehrgeiziger Mensch. Da Volleyball außerdem meine Leidenschaft ist, hab ich mich nicht hängen lassen und für mein Comeback hart gearbeitet. Besonders dankbar bin ich meinem Mann sowie meinen Teamkollegen, die mir in dieser schwierigen Zeit Halt gaben und mich unterstützten. Aufgeben kam für mich sowieso nicht in Frage“, beschreibt Schebesta diese für sie herausfordernde Lebensphase.

Die Entschlossenheit der Altendorferin trug tatsächlich Früchte und sie kämpfte sich erfolgreich zurück in die Mannschaft. Als sie dann einige Jahre in der Sektionsleitung verbrachte, erfolgte unter ihrer Führung am Feld 2019 der Aufstieg in die 1. Landesliga. Mit 14 Siegen aus 14 Spielen war die Saison auch im wahrsten Sinne des Wortes überragend. 2020 stand der ATSV als Aufsteiger sensationellerweise nach fünf Spielen auf Rang zwei, bis im März die Spielzeit abgebrochen werden musste. „Ich hoffe, dass ich zukünftig verletzungsfrei bleibe und möchte mit den Mädels den Aufstieg in die 2. Bundesliga in Angriff nehmen“, nennt Schebesta ihre Ziele. Im Rahmen dieser Herausforderung wird ihr auch eine wichtige Rolle zuteil werden, da sie als Mittelangreiferin nicht nur über eine gute Antizipation verfügen muss, sondern auch in der Offensive variable Angriffsqualitäten gefragt sind. „Ich selbst sehe meine größten Stärken im Angriff, Block und Spielverständnis. Verbessern möchte ich mich aber noch in der Feldverteidigung“, übt sich Schebesta in Selbstreflexion.

„Volleyball hat mich mein ganzes Leben lang begleitet. Ich habe dadurch viele tolle Menschen kennengelernt. Außerdem verbindet diese Sportart und das gemeinsame ‚Sporteln‘ mit den Mädels macht so viel Spaß und gibt mir Kraft!“ Auch für Mädchen, die überlegen Volleyball auf Vereinsebene zu spielen, hat Jennifer Schebesta eine simplen Tipp: „Die beste Freundin einpacken und ab in die Halle!“