1G? NÖ-Sport wäre gewappnet. Markus Skorsch (Sportunion) und NÖFV-Präsident Hans Gartner rechnen mit einer Verschärfung der Corona-Regeln.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 08. September 2021 (05:16)
Sport Corona-Impfung Symbolbild
Symbolbild
BlueBoeing, Shutterstock.com

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt seit Wochen an, und Gegenmaßnahmen sind unumgänglich. Darüber herrscht bei den allermeisten Experten Einigkeit. Immer lauter wird über die 1G-Regel, also nur geimpften Personen Zutritt zu bestimmten Räumlichkeiten oder Veranstaltungen zu gestatten, diskutiert.

Markus Skorsch, Geschäftsführer der Sportunion Niederösterreich, weiß, dass sich einige seiner Vereine bereits darauf vorbereiten, künftig nur noch Immunisierte am aktiven Vereinsleben teilnehmen zu lassen. „Grundsätzlich dürfen das die Vereine eigenständig entscheiden. Da bedarf es keiner Entscheidung der Politik“, hält Skorsch es für Sportvereine möglich, proaktiv auf 1G umzuschwenken.

440_0008_7949172_noe41schie_markus_skorsch.jpg
Die 1G-Regel könnten Vereine proaktiv sofort umsetzen, meint Markus Skorsch.
Sportunion

Skorsch würde sich im ersten Schritt wünschen, dass die 3G-Regelung (Geimpfte, Genesene, Getestete) ordentlich kontrolliert und umgesetzt wird. Ihm ist aber klar: „Die 1G-Regel könnte uns blühen.“

In Panik verfällt der Kremser deshalb nicht: „Alles ist besser, als den gesamten Sport noch einmal abzudrehen oder irgendwelche kaum umsetzbaren Quadratmeterbeschränkungen vorzugeben.“ Skorsch stellt klar: „Ein zweiter Lockdown geht nicht mehr. So etwas würden die Vereine nicht mehr durchstehen. Ich hoffe, das ist allen klar.“

Auch ASKÖ-Präsident Hermann Krist sieht dunkle Gewitterwolken über dem organisierten Sport aufziehen. Sein Appell: „Wir empfehlen allen, die es können, dringend, sich impfen zu lassen. Es gibt derzeit keine bessere Möglichkeit gegen den Corona-Virus, um auch möglichst keine neuen Restriktionen im Sport vorgeschrieben zu bekommen.“

Am meisten Menschen in Niederösterreichs Sportlandschaft werden durch den Fußball bewegt. Woche für Woche kommen zehntausende Spieler, Funktionäre, Zuschauer, Spielereltern etc. im Zeichen des Fußballs zusammen.

440_0008_8168988_noe36schie_hans_gartner_c_wallner.jpg
Der Fußball habe in den vergangenen Monaten schon vieles geschafft, auch einer Verschärfung der Corona-Richtlinien steht der Verbandspräsident Hans Gartner gelassen entgegen.
Wolfgang Wallner

NÖ-Verbandspräsident Johann Gartner attestiert seinen knapp 500 Vereinen eine gute Arbeit bei der Umsetzung der derzeit gültigen 3G-Regelung. Eine Verschärfung dieser auf 1G macht Gartner ausschließlich von den Vorgaben der Regierung abhängig: „Wir haben keinen Einfluss darauf, ob diese Verschärfung kommt oder nicht. Meine persönliche Meinung tut nichts zur Sache.“

Gartner wartet auf Regierungsverordnung

Das Hauptbestreben des Verbandes sei aber klar: „Fußball zu spielen. Und zwar so, wie wir es lieben: Mit Zuschauern, Kantinenbetrieb und allem, was dazu gehört. Der Verband wird deshalb bestmöglich umsetzen, was durch die Verordnungen der Regierung vorgegeben wird.“ Fürchten tut sich im NÖFV vor einer möglichen 1G-Regelung jedenfalls keiner: „Ich denke, dass unsere Vereine in den letzten eineinhalb Jahren bewiesen haben, dass sie auch mit Einschränkungen flexibel umgehen können. Die administrative Umsetzung einer 1G-Regel ist daher sicherlich machbar.“

Das sieht auch Sportunion-Geschäftsführer Skorsch so. Was er sich wünscht? Eine entsprechende Vorlaufzeit, damit sich Vereine vorbereiten und Unentschlossene noch impfen lassen können. „Aber das ist kein Wunschkonzert. Wir haben da keinen Einfluss darauf“, spricht Gartner aus leidvoller Erfahrung der letzten Monate.