So blau-gelb wird Olympia in Tokio. Olympia 2020 Fünf NÖ-Athleten sind bereits fix für die Spiele qualifiziert. Ein Dutzend Sportler darf noch aufs Ticket hoffen.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 15. Oktober 2019 (01:24)
Lohnes
Fix dabei in Tokio: Kanutin Viktoria Wolffhardt. Die Tullnerin setzte sich in der Qualifikation gegen Corinna Kuhnle durch.

71 Aktive waren für Österreich bei den Spielen 2016 dabei. Dieser Wert sollte bei Olympia 2020 in Tokio fallen. Auch aufgrund der NÖ-Athleten, die ins Aufgebot drängen. Vier blau-gelbe Asse haben ihr Ticket für die Olympischen Spiele bereits in der Tasche. Wir bringen den Überblick.

Wer fix dabei ist bei den Spielen in Tokio

Ivona Dadic: Die Siebenkämpferin von der Union St. Pölten hat das Limit (6.420 Punkte) bereits im Sommer in Ratingen erbracht. Die Verletzung bei der WM in Doha entpuppte sich „nur“ als Zerrung. „Damit bleiben keine Narben zurück, ich kann mich optimal auf Olympia vorbereiten!“ Die 25-Jährige ist durchaus Medaillenkandidaten. Trainer Philipp Unfried attestiert ihr das Potenzial für 6.700 Punkte „und mehr“.

AFP/Isakovic
Könnerin mit der Kugel. Siebenkämpferin Ivona Dadic.

Marlene Kahler: Die für die SV Schwechat schwimmende 18-Jährige hat im Sommer die Richtzeit über 1.500 Meter Kraul unterboten und ist fix in Tokio dabei.

Lemawork Ketema: Der gebürtige Äthiopier kam als Flüchtling nach Österreich, startet seit 2015 unter rot-weiß-roter Flagge. Mit 2:10,44 Stunden lief der Routinier beim Wien-Marathon klar unter dem Limit für Tokio. Bei der WM in Doha belegte er, von einer Verletzung ausgebremst, Rang 41.

Felix Auböck: Um 72 Hundertstel „knackte“ der in den USA lebende Bad Vöslauer das Olympia-Limit über 800 Meter Freistil. „Ich wollte unbedingt frühzeitig das Ticket lösen“, sagt der Student, der beim letzten Großereignis – der Weltmeisterschaft in Gwangju – unter den Erwartungen geblieben war.

Viktoria Wolffhardt: Im Canadier verpasste die Wildwasserspezialistin aus Tulln die Quali, dafür setzte sie sich im Kajak gegen „Evergreen“ Corinna Kuhnle durch. Bitter für die Höfleinerin, für die’s die dritte Olympia-Teilnahme gewesen wäre. In der Österreichinternen Quali hatte die 25-jährige Wolffhardt hauchdünn die Nase vorne. Die zweifache Juniorenweltmeisterin wartet noch auf den ganz großen Durchbruch in den Einzelbewerben auf Weltniveau.

Wer sich Hoffnung auf ein Ticket macht

Skateboard: Neu im Olympiaprogramm – und die aussichtsreichste Kandidatin kommt aus Niederösterreich. Die aus Gerasdorf stammende Julia Brückler (29) war schon Europameisterin, trainiert vorwiegend in den USA und gilt sogar als Insidertipp für Edelmetall. Entscheidend für die Olympia-Quali ist die Weltrangliste (Top 16) mit Stichtag 1. Juni 2020.

Tennis: Dominic Thiem will erst 2024 bei Olympia antreten, im Doppel haben Jürgen Melzer/Oliver Marach beste Aussichten.

Tischtennis: Rund um den Ex-Korneuburger Daniel Habesohn dürfte wieder ein dreiköpfiges Damen- und Herrenteam ins Rennen gehen.

Judo: Die Top 18 der bereinigten Weltrangliste (nur ein Starter pro Nation) können den Flug nach Tokio buchen. Nach aktuellem Stand wäre Michaela Polleres (JC Wimpassing) dabei. Abgerechnet wird erst Ende Mai.

Radsport: Niederösterreich hat gute Chancen. Auf der Bahn dürfte am Madison-Gespann Andreas Graf aus Ebreichsdorf/Andreas Müller kaum ein Weg vorbeifahren. Fürs Straßenteam haben Bergspezialist Hermann Pernsteiner aus der Buckligen Welt und Patrick Konrad (Ebreichsdorf) gute Karten.

Leichtathletik: Hürdensprinterin Beate Schrott will zum Abschluss ihrer großen Karriere noch einmal bei Olympia auftrumpfen. „Darauf arbeite ich hin, werfe alles in die Waagschale“, sagt die 31-Jährige, die deshalb auch im Frühjahr schon die Hochzeitsvorbereitungen abgeschlossen haben will. Im Herbst steht in den USA das Ja-Wort für ihren Lebensgefährten Christian Taylor am „Trainingsplan“. Österreichs schnellster Mann Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling) wird’s schwer haben. Das Limit ist mit 10,05 Sekunden wohl unerreichbar knackig.

Synchronschwimmen: Sieben Tickets sind noch frei (abgesehen von den zehn Startplätzen über die Team-Qualifikation und die fünf Plätze für die kontinentalen Meister). Darauf setzen die beiden Südstadt-Talente Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri ihre Hoffnungen.

Beachvolleyball: Der Weg nach Tokio ist gewohnt kompliziert. Die besten Chancen haben die blau-gelben Top-Duos Clemens Doppler/Alexander Horst und Kathi Schützenhöfer/Lena Plesiutschnig über den Continental Cup, sollte es über die bereinigte Weltrangliste (nur zwei Teams pro Nation) nicht klappen. Das Conti-Cupfinale findet erst Ende Juni 2020 statt.

Gewichtheben: Die WM-Zehnte Sarah Fischer (18, ACU Krems) ist auf einem guten Weg zu Olympia.

Bogensport: Rio-Starterin Lawrence Baldauff wird auch in Tokio dabei sein. Aus NÖ-Sicht darf der St. Christophener Andreas Gstöttner (Recurve) hoffen.

Sportschießen: Viel hat bislang nicht gefehlt bei Alexander Schmirl. Bei den Quali-Wettkämpfen in der abgelaufenen Saison war der Rabensteiner knapp dran.

Moderner Fünfkampf: Der Wr. Neustädter Gustav Gustenau hat als EM-13. den erhofften Quotenplatz verpasst. Um doch noch nach Tokio zu kommen, müsste er sich über die Weltrangliste qualifizieren.