Franz Stocher: „Das Ding war hin“. Für Sportzentrum-Geschäftsführer Franz Stocher war es alternativlos, das ehemalige Tennis-Stadion in St. Pölten abzureißen.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 14. April 2021 (02:50)
Nach mehrfacher Begehung durch Sachverständige sei klar gewesen, dass die Bausubstanz der Event-Arena nachhaltig geschädigt war.
Wallner

Thomas Muster, Andre Agassi, Andy Roddick – so ziemlich alles, was in den Neunziger- und Nullerjahren im Welttennis Rang und Namen hatte, gab sich in St. Pölten die Klinke in die Hand.

Seit sich die ATP-Tour 2005 aus der NÖ-Landeshauptstadt verabschiedete, wurde es aber still um das Tennis-Stadion, das seither großteils ungenützt vor sich hin rottete. Zahlreiche Wiederbelebungsversuche scheiterten, jetzt fiel die Entscheidung, die Event-Arena abzureißen und stattdessen eine moderne Leichtathletikhalle zu bauen.

Die Leichtathletik ist für Franz Stocher in St. Pölten bestens aufgehoben.
zVg

Sportzentrum-Geschäftsführer Franz Stocher versteht die Tränen der nostalgischen Tennis-Fans, stellt aber unmissverständlich klar: „Das Ding war hin. Der Abriss ist alternativlos.“

Die Fokussierung auf Leichtathletik ist für Stocher ein logischer Schritt, weil es der – sogar gesetzlich verankerte – Auftrag des Sportzentrums sei, beste Voraussetzungen für Spitzen- und Leistungssport zu schaffen. Und das Sportzentrum mauserte sich gerade in der Leichtathletik zu einem Hotspot in Österreich. Auch, aber nicht nur wegen Superstar Ivona Dadic, wie Stocher betont: „Wir machen nicht den Fehler, etwas zu bauen, weil es in der Sportart einen guten Sportler gibt.“

Das könnte man als Spitze gegen die damaligen Entscheidungsträger sehen, die rund um Thomas Muster ein Tennisturnier samt Stadion nach St. Pölten brachten. „Ich kenne die genauen Hintergründe von damals nicht. Da bin ich noch mit dem Rad im Kreis gefahren“, verweist der ehemalige Bahnradweltmeister darauf, dass vor 26 Jahren anders gedacht und entschieden wurde.