Niederösterreich als Vorreiter im Volleyball. Der Volleyballverband will im Nachwuchs neue Wege gehen. Niederösterreich zieht als erstes Bundesland eine flächendeckende Struktur ein, die Anleihe am Fußball nimmt.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 23. Mai 2018 (02:06)
VP-Sportlandesrätin Petra Bohuslav, ÖVV-Präsident Gernot Leitner und NÖVV-Präsident Thomas Mayer (von links) präsentierten NÖN-Sportchef Bernhard Schiesser ihr neues Nachwuchskonzept.Christian Resch
Sportland/Christian Resch

Qualitativ hochstehend, durchgängig und flächendeckend – das sind die drei Hauptpunkte, die das neue Nachwuchssystem im Volleyball leisten soll.

„Wir haben zwar mittlerweile rund um das Nationalteam viel Qualität, in den Bundesländern haben wir das aber nicht recht auf den Boden gebracht“, legt Gernot Leitner, Präsident des österreichischen Volleyballverbandes, den Finger in die eigenen Wunden. Das soll sich jetzt aber ändern. Und in Niederösterreich wird es dafür den Startschuss geben.

Beim neuen Nachwuchskonzept, das im Herbst starten soll, nimmt man Anleihe am LAZ-System (Landesausbildungszentren) im Fußball. In Niederösterreich soll es in sechs Regionen Ausbildungszentren für Zehn- bis 14-Jährige geben. Das Finden von Talenten und professionelles, regelmäßiges Training nennt NÖVV-Präsident Thomas Mayer als Ziele für die sechs Standorte.

"Der Nachwuchs steht ganz klar im Fokus"

Die besten Nachwuchsspieler der regionalen Ausbildungszentren sollen dann ins Sportleistungszentrum NÖ, das im St. Pöltner Sportzentrum NÖ eingebettet werden soll, übersiedeln. Die heimischen Top-Talente sollen dort im Alter von 15 bis 19 Jahren an die nationale und internationale Klasse herangeführt werden. Losgehen soll’s mit der „Volleyball-Akademie“ im Schuljahr 2019/20.

Leiten soll das Projekt ein hauptamtlicher Landessportkoordinator. Die Ausschreibung für diesen Posten läuft gerade. „So weit wie in Niederösterreich sind wir in noch keinem anderen Bundesland“, merkt ÖVV-Präsident Leitner an.

Niederösterreichs VP-Sportlandesrätin Petra Bohuslav übernimmt die Vorreiterrolle in Sachen Volleyballnachwuchs sehr gerne. „Weil es wunderbar in unsere Sportstrategie passt. Dort steht der Nachwuchs ganz klar im Fokus.“

Seit 1. Jänner 2017 orientiert sich das Sportfördersystem vermehrt in Richtung Nachwuchs. 50 Prozent des gesamten Förderbudgets laufen seither in den Nachwuchs. Das waren 2017 rund 5 Millionen Euro (ein Plus von 1,2 Millionen 2016). Das Volleyball-Projekt wird mit 180.000 Euro gefördert.