Anklage gegen Ex-Sturm-Boss Kartnig ausgeweitet. Am Grazer Straflandesgericht ist am Dienstag der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des Fußball-Bundesligisten Sturm Graz fortgesetzt worden - und das gleich mit einer Ausweitung der Anklage: Nach einer Anzeige der Finanz im Sommer werden dem Ex-Sturm-Präsidenten nach 1,7 Mio. Euro Steuerhinterziehung noch weitere 1,557 Mio. Euro angelastet.

Erstellt am 18. August 2011 (14:27)

Am Grazer Straflandesgericht ist am Dienstag der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des Fußball-Bundesligisten Sturm Graz fortgesetzt worden - und das gleich mit einer Ausweitung der Anklage: Nach einer Anzeige der Finanz im Sommer werden dem Ex-Sturm-Präsidenten nach 1,7 Mio. Euro Steuerhinterziehung noch weitere 1,557 Mio. Euro angelastet.

Kartnig wurde dabei emotional: "Ich bin nicht schuldig, das ist nach meiner Ansicht alles geklärt", worauf auch sein Verteidiger Michael Pacher bestand. Dem ehemaligen Präsidenten des Clubs wird schwerer Betrug, betrügerische Krida, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Laut Staatsanwalt Johannes Winklhofer geht es um an der Finanz vorbeigeschleustes Geld aus Kartnigs Werbefirma - u.a. Geld aus Umsatz-, Kapitalertrags- und Körperschaftssteuer. Kartnig-Verteidiger Michael Pacher führte aus, dass dieser Vorwurf schon vor vier Jahren entkräftet werden habe können.

Ein als Zeuge aufgerufener Finanzprüfer äußerte den Verdacht, dass das Geld im Casino eingesetzt worden sein könnte. Dies war auch bereits bei der Verhandlung am 15. Juni erörtert worden. Der Finanzbeamte erklärte anhand von Casino-Unterlagen, dass der Ex-Sturm-Zampano in den Jahren 1998 bis 2006 rund 2,7 Mio. Euro verspielt hatte. Die Herkunft dieses Geldes sei nicht nachvollziehbar, so der Beamte.

Kartnig dazu in gewohnt emotionaler Art: "Na, das kann nicht stimmen, da handelt es sich nur um Hilfsaufzeichnungen der Croupiers, ich hab' schon verloren, aber die Summe ist mir nicht bekannt. Ich bin immer fleißig gewesen und habe immer genug verdient, ich habe mir das Spielen leisten können". Man wolle ihn nur anpatzen, so Kartnig in Richtung Staatsanwalt.

Der Prozess wird nun am 13. September um 9.00 Uhr mit der Befragung von Zeugen der Casinos und der Finanz fortgesetzt. Das Urteil soll am 22. September verkündet werden.