Gold für Russland und Schweden bei der CEV U22-EM. Im Damen-Finale der CEV U22-Europameisterschaft presented by SPORT.LAND.NÖ trafen Raïsa Schoon/Emi van Driel (NED), die sich im Halbfinale gegen Anhelina Khmil/Tetiana Lazarenko (UKR) in zwei Sätzen durchgesetzt hatten, auf die Russinnen Maria Voronina/Mariia Bocharova (RUS), die im Halbfinale ebenfalls in zwei Sätzen gegen Anete Namiķe/Varvara Brailko (LAT) gewonnen hatten.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 16. Mai 2021 (20:29)

U22-EM-Gold holten sich die Titel-Favoritinnen aus Russland, die im Finale in drei Sätzen mit 24-22, 21-18, 15-12 gegen die Niederländerinnen siegreich blieben. Bei den Herren setzten sich in den Halbfinal-Begegnungen Arturs Rinkevics/Ardis Bedritis (LAT) in drei Sätzen gegen Milosz Kruk/Mikolaj Miszczuk (POL) und die Schweden David Åhman/Jonatan Hellvig gegen Alexey Gusev/Pavel Shustrov (RUS) in zwei Sätzen durch. Im Finale besiegten die Schweden die Letten in zwei Sätzen mit 21-18, 21-16 und holen Gold. Die Bronze-Medaillen gingen an die Ukrainerinnen Khmil/Lazarenko bzw. die Russen Gusev/Shustrov. 

DAMEN

Halbfinale:

Die Niederländerinnen Schoon/van Driel, U20-EM-Silbermedaillengewinnerinnen 2019, hatten in Pool F keinen Satz abgegeben. Im Achtelfinale hatten sie gegen Deutschland gesiegt, im Viertelfinale gegen Spanien. Schoon hatte heuern mit Katja Stam den Nations Clash in Düsseldorf gewonnen. Die Ukrainerinnen Khmil/Lazarenko, Goldmedaillengewinnerinnen bei der U18-EM in Izmir 2020, waren in Pool B Zweite geworden, schlugen in der Zwischenrunde Serbien, im Achtelfinale Spanien und im Viertelfinale Norwegen.

Schoon/van Driel dominierten und kontrollierten von Beginn an das Match. Überlegen holten sie Satz eins. Der zweite Satz begann ausgeglichener. Die Ukrainerinnen präsentierten sich heute weit unter ihrem Niveau. Bald setzten sich die Niederländerinnen wieder ab, siegten ungefährdet und zogen ins Finale ein. (-14,-15) Die Lettinnen Namiķe/Brailko hatten Pool F auf Platz 2 beendet.

Sie setzten sich in der Zwischenrunde gegen Dänemark und im Achtelfinale gegen die Schweiz durch. Im Viertelfinale gewannen sie gegen die Deutschen. Zusammen hatten sie die Goldmedaille in Brno bei der U20-Europameisterschaft 2020 geholt. Voronina/Bocharova, die großen Favoritinnen aus Russland, hatten den Pool B überragend gewonnen. Im Achtelfinale siegten sie gegen das ÖVV-Duo Ronja Klinger/Julia Mitter, im Viertelfinale hatten sie die Litauerinnen deklassiert. Bisher hatten die Russinnen im gesamten Turnier keinen Satz abgeben.

Voronina/ Bocharova hatten Gold bei der U22-EM und der U20-EM 2019 erspielt. Im vergangenen Jahr hatten sie sich bei der U22-EM mit der Silbermedaille begnügen müssen. Wie erwartet waren die Russinnen von Beginn an überlegen. Doch Namike/Brailko ließen nicht locker, kamen ins Spiel, machten den Anschlusspunkt. Bocharova beendete die gute Phase der Lettinnen mit einem starken Block und führte die Russinnen zum Satzgewinn. Auch im zweiten Satz fanden Namike/Brailko kein passendes Rezept. Die Russinnen mussten nie ihre volle Leistung abrufen und gewannen ungefährdet. (18-,16-)

Spiel um Bronze: Im Spiel um die U22-EM-Bronzemedaille trafen Khmil/Lazarenko (UKR) auf die Litauerinnen Namike/Brailko. Die Ukrainerinnen spielten im ersten Satz überzeugender, hatten die Partie weitgehend unter Kontrolle. Im zweiten Satz konnte anfangs kein Team vorlegen, über weite Strecken blieb die Begegnung ausgeglichen. Gegen Satzende legten Namike/Brailko an Tempo zu, erhöhten den Druck. Kurz darauf verwerteten sie den Satzball. Im entscheidenden dritten Satz drehte sich das Match erneut, Khmil/Lazarenko besannen sich auf ihre Stärke und übernahmen wieder das Kommando am Court. Die Ukrainerinnen ließen ihre Gegnerinnen nach einer komfortablen 5-Punkte-Führung wieder herankommen, bevor sie schließlich mit dem ersten Matchball die Bronze-Medaille fixierten. (-16, 17-,-11)

Finale:

Das Finale der Damen bestritten die 19- bzw. 20-jährigen Schoon/van Driel (NED) gegen Voronina/Bocharova aus Russland. Die Niederländerinnen starteten souverän, vor allem Schoon bestach durch konstantes Side-out. Die Russinnen fanden vorerst nicht ins Spiel, der 21-jährigen Voronina fehlte es an der optimalen Abstimmung. Doch dann zeigte Bocharova am Block ihre Klasse, brachte den Russinnen die Führung.

Ein Ass von van Driel drehte das Spiel abermals. Beide Teams lieferten sich einen gnadenlosen Fight. Erst eine Ungenauigkeit im Angriff von Voronina brachte den Niederländerinnen den Satzgewinn. Es war der erste Satz des Turniers den Voronina/Bocharova verloren. Durchgang zwei begann ausgeglichen, dann zündete aber die 19-jährige Bocharova den Turbo, zeigte sehenswerte Angriffe und verhalf den Russinnen zu einer soliden 4-Punkte-Führung.

Im Verlauf des Satzes kamen Schoon/van Driel immer näher heran. Doch es reichte nicht, die Russinnen glichen aus. Das Tie-Break begann intensiv, umkämpfte Ballwechsel brachten vorerst keine Entscheidung. Dann performte die Verteidigungsspezialistin Voronina, die Russinnen setzten sich ab. In den nächsten Ballwechseln bewiesen die Niederländerinnen ein besseres Händchen, ehe Voronina/Bocharova wieder eiskalt waren. Ein misslungenes Side-out von Schoon bescherte den Russinnen die Goldmedaille. (-22,18-,12-)

Ergebnisse Damen: SF1: Schoon/van Driel, E. (NED) [22] vs Khmil/Lazarenko (UKR) [15]: 2-0 (21-14, 21-15) SF2: Namike/Brailko (LAT) [6] vs Voronina/Bocharova (RUS) [2]: 0-2 (18-21, 16-21) Bronze-Match: Khmil/Lazarenko (UKR) [15] vs Namike/Brailko (LAT) [6]: 2-0 (21-16, 17-21, 15-11) Finale: Schoon/van Driel, E. (NED) [22] vs Voronina/Bocharova (RUS) [2]: 1-2 (24-22, 18-21, 12-15)

HERREN

Halbfinale:

Die Polen Kruk/Miszczuk, Silbermedaillengewinner bei der U22-EM 2020, hatten in Pool G u.a. Ben Stockhammer/Jacob Kitzinger besiegt, im Achtelfinale die Norweger und im Viertelfinale Italien. Misczuk war vergangene Woche beim Conti Cup mit Maciej Rudol Platz 2 geholt. Die Letten Rinkevics/Bedritis, Fünfte bei der U22-EM 2020, hatten Pool E ohne Satzverlust für sich entschieden, im Achtelfinale die ungarischen Bezwinger von Stockhammer/Kitzinger aus dem Bewerb geworfen und im Viertelfinale Israel.

Das Match begann von Side-outs dominiert, die Teams spielten auf Augenhöhe. Zur Satzmitte breakten die Polen erfolgreich und setzten sich ein wenig ab. Die Partie blieb allerdings eine enge Kiste. Am Ende hatten die Letten etwas mehr Glück und gewannen den Satz. Satz zwei begann als Kopie des ersten. Nur erspielten die Polen diesmal früher einen Vorsprung, machten Druck. Diesmal ließen sie nichts anbrennen und stellten in Sätzen auf Gleichstand. Im Entscheidungssatz ein umgekehrtes Bild.

Die Letten kamen schneller in den Satz und lagen bald drei Punkte voran, die Polen machten nun einige Eigenfehler. Kruk/Miszczuk kamen wieder ein wenig heran, konnten aber dem Spiel keine Wende mehr geben. Die Letten zogen ins Finale ein. (-21, 19-,-11) Die Topfavoriten aus Schweden, Åhman/Hellvig, hatten Pool C dominiert und waren im Achtelfinale auf Portugal getroffen. Im Viertelfinale hatten sie sich gegen die Niederlande durchgesetzt.

Im vergangenen Jahr holten sie die Goldmedaille bei der U20-EM. Auf der World-Tour erreichten sie 2020 beim 1*-Turnier in Montpellier den 1. Platz. Gusev/Shustrov aus Russland hatten als Pool B-Gruppensieger im Achtelfinale Deutschland geschlagen, im Viertelfinale Slowenien. Die Russen sind die amtierenden U22-Europameister und hatten beim 1* in Knokke-Heist 2019 Silber geholt.

Die Partie war hochklassig, die Ballwechsel intensiv. Die Schweden konnten mit hohem Druck eine Führung erspielen und vor allem Hellvig brillierte am Block. Die Russen waren in Satz eins chancenlos. In Durchgang zwei setzten die Schweden den Erfolgslauf fort, sie waren in allen Belangen überlegen. (-14,-13)

Spiel um Bronze:

Das Herren Bronze-Match trugen die Polen Kruk/Miszczuk und Gusev/Shustrov aus Russland aus. Die Russen machten über ihr Service von Beginn an massiven Druck. Auf der anderen Seite hatten die Polen damit große Probleme bei der Annahme. Der erste Satz ging klar an Gusev/Shustrov. Im zweiten Satz wenig Veränderung. Die Russen gingen wieder in Führung, kontrollierten den Satz. Dann erwachten Kruk/Miszczuk ein wenig und schafften den Anschluss. Doch die Russen setzten nach und entschieden auch diesen Satz für sich und holen Bronze. (15-,18-)

Finale:

Die 20-jährigen Rinkevics/Bedritis (LAT) waren gegen die Favoriten, die 19-jährigen Åhman/Hellvig aus Schweden gefordert. Die Letten fanden eine gute Abstimmung, die Kombination aus präzisen Aufschlägen und starken Blocks von Bedritis brachte eine knappe Führung. Auch nach der technischen Auszeit verlor das Spiel der Letten nicht an Sicherheit, doch dann stabilisierte sich das Spiel der Schweden, Hellvig brillierte mit spektakulären Blocks am Netz.

Bei Rinkevics/Bedritis schlichen sich Eigenfehler ein. Åhman/Hellvig glichen aus, erkämpften die Führung und machte den Sack zu. Im zweiten Satz begannen die Schweden etwas stärker, zeigten sehenswerte Spielvarianten und wurden von Punkt zu Punkt präsenter. Die Letten konnten dem Druck nicht standhalten und der Vorsprung von Åhman/Hellvig wurde größer. Dann war es wieder Hellvig der die Letten durch seine Konstanz verzweifeln ließ. Das Match war entschieden. Die Schweden holten Gold. (-18,-16)

Ergebnisse Herren: SF1: Rinkevics/Bedritis (LAT) [5] vs Kruk/Miszczuk (POL) [7]: 2-1 (23-21, 19-21, 15-11) SF2: Åhman/Hellvig (SWE) [14] vs Gusev/Shustrov (RUS) [2]: 2-0 (21-14, 21-13) Bronze-Match: Kruk/Miszczuk (POL) [7] vs Gusev/Shustrov (RUS) [2]: 0-2 (15-21, 18-21