Jakob Pöltl: Ein Riese will wachsen. 2,13 Meter-Mann Jakob Pöltl schaffte es via Traiskirchen in die beste Liga der Welt. Für seine zweite NBA-Saison hat sich der 22-jährige Shootingstar viel vorgenommen.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 24. Oktober 2017 (03:00)
APA/expa/ Thomas Haumer
Fliegt nicht nur im Nationalteamdress vorneweg, sondern auch in der NBA: Jakob Pöltl. „Mein Ziel ist es, Meisterschaften zu gewinnen.“ Die ersten Sporen verdiente sich der Shootingstar in Traiskirchen.

14 Punkte gescort, drei Würfe geblockt – besser drauf war Jakob Pöltl noch nie. In der Nacht auf Samstag ließ der 22-jährige Österreicher, der sich in Traiskirchen die ersten Bundesliga-Sporen verdient hat, gegen die Philadelphia 76ers seine Karriererekorde purzeln. Der „Austrian Hammer“ hat in der National Basketball League (NBA) seine Spuren hinterlassen.

Dabei ist’s gerade einmal vier Jahre her, dass das Basketball-Juwel im Traiskirchner Lions Dome seine ersten Körbe in der Bundesliga geworfen hat. „Ich habe noch nie einen österreichischen Basketballer gesehen, der größeres Potenzial hat“, war Headcoach Zoran Kostic schon damals überzeugt. Er sollte Recht behalten. Mit Geduld und Bodenhaftung machte Pöltl seinen Weg. Aus Liga zwei gekommen avancierte der Jungspund in Traiskirchen zum „Rookie of the Year“. Erst dann wagte er den Sprung über den großen Teich. In Utah akklimatisierte sich Pöltl schnell, ließ sich für den NBA-Draft Zeit.

"Es war eine starke Teamleistung"

Erst im Sommer 2016 dockte er bei den Toronto Raptors an. Eine Entscheidung, die der gebürtige Wiener nicht bereut. Im Sog von Superstar DeMarcus Rozan glänzte das Austro-Ass in den ersten Partien der jungen NBA-Saison. „Alle haben einen super Job gemacht“, will sich Pöltl nach seinem Gala-Auftritt gegen die 76ers (128:94 für die Raptors) nicht in den Vordergrund spielen. „Es war schlicht eine starke Teamleistung.“ Dass er in seiner zweiten NBA-Saison aber stärker im Fokus der Öffentlichkeit steht als im Rookie-Jahr, ist dem 2,13-Meter-Mann klar.

„Die erste Saison war solide, aber ich will noch einen Schritt nach vorne machen, will mich hier durchsetzen“, sagt Pöltl, der sich eine wichtigere Rolle im Team erhofft. Das Wichtigste: „Keine zwei schlechten Spiele hintereinander. Sonst bist du weg vom Fenster.“ Die Konkurrenz in der weltbesten Basketball-Liga, in die es Pöltl als erster Österreicher geschafft hat, schläft nicht. „Ich will einfach immer das Beste zeigen und so viel wie möglich auf dem Spielfeld stehen“, weiß der Ex-Traiskirchner, worauf es ankommt.

Die Erwartungen der Coaches sind gestiegen, sagt Pöltl: „Aber ich bin um Welten weiter, es ist keine Nervosität mehr da. Sondern Sicherheit, das Wissen, dass mich nichts mehr überraschen kann.“

Übrigens: Die Raptors haben den Vertrag mit Pöltl frühzeitig bis 2019 verlängert – für 2,4 Millionen Euro Jahressalär.