Klare Rollenverteilung vor heutigem NÖ-Derby. Klosterneuburg reist als Tabellenführer zu Schlusslicht Traiskirchen, ist dennoch gewarnt.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 29. Dezember 2020 (07:18)
Im Cup-Duell war Traiskirchens Mario Spaleta (in weiß) von Maximilian Hopfgartner und Klosterneuburg nicht zu stoppen. Es wäre eine große Überraschung, wenn es beim heutigen Ligaduell wieder so wäre.
Franz Michalski

Unterschiedlicher könnte die Ausgangslage vor dem NÖ-Derby am heutigen Dienstag (19 Uhr) im Lions Dome gar nicht sein. Die Klosterneuburg thronen vor dem traditionsreichen Aufeinandertreffen auf Tabellenplatz eins, holten sich mit dem Sieg gegen Graz Selbstvertrauen. Gegen das bisherige Überraschungsteam der Saison siegten die Dukes mit 104:95. Doch gegen Traiskirchen erlitten die Klosterneuburger die bisher wohl bitterste Niederlage dieser Spielzeit. Im Cup-Achtelfinale zog der haushoch favorisierte Titelaspirant den Kürzeren und vergab damit früh die Chance auf ein mögliches Double.

"In Traiskirchen ist es immer schwer"

Wohl auch deshalb warnt Maximilian Hofgartner vor dem NÖ-Derby: "In Traiskirchen ist es immer schwer. Sie sind auf jeden Fall besser als ihre Bilanz zeigt, aber wir sind nach den letzten zwei Siegen guter Dinge.“ Die Traiskirchner klammern sich in dieser Saison an jeden Strohhalm und wollen die sichtbaren Leistungssteigerungen auch endlich in Ergebnisse ummünzen. Gegen den BC Vienna mussten sich die Lions trotz beeindruckender Aufholjagd in der Verlängerung mit 101:104 geschlagen geben. "Wir haben es wieder selbst aus der Hand gegeben", ärgerte sich Obmann Ernst Nemeth. Topscorer Dani Koljanin vergab 0,4 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit einen Freiwurf zum Sieg. Der Kroate ist dennoch einer der wenigen Lichtblicke. Der Vertrag wurde nun über das Jahresende 2020 hinaus verlängert.

Lions warten auf den Dosenöffner

Was im ungleichen NÖ-Duell nun für Traiskirchen spricht? Einmal die Gewissheit, dass man Klosterneuburg an einem guten Tag schlagen kann. Andererseits, dass der Wille noch nicht gebrochen ist: "Ich habe mir zur Pause in Wien gedacht, da gehen wir wieder mit einer 40er-Schliefen heim, aber das war ganz und gar nicht so", unterstreicht Nemeth. Und zu Hause sind die Traiskirchner ohnehin eine Klasse stärker als am fremdenParkett. Traiskirchens Georg Gentner schätzt die Ausgangslage wie folgt ein: "Nach den letzten knappen Niederlagen sind wir richtig hungrig auf das NÖ-Derby daheim gegen Klosterneuburg. Wir müssen aber sehr fokussiert agieren, da die Dukes eines der besten und erfahrensten Teams der Liga sind.“
Filip Kukic ist auf Traiskircher Seite fraglich.

Traiskirchen muss Boden gut machen

Während Klosterneuburg um eine möglichst gute Ausgangslage für die Platzierungsrunde und in weiterer Folge um die Play-offs kämpft, geht es für Lions schon jetzt darum eine Mini-Chance auf die Play-offs zu wahren. Denn anders als in der Vorsaison werden auch in die Qualifikationsrunde (Platz 7-10 nach dem Grunddurchgang) alle Punkte aus der regulären Saison mitgenommen und halbiert. Und da haben die Lions wegen ihrer 1:11-Bilanz einen ordentlichen Rückstand aufgerissen. Selbst wenn man die Punkte halbiert fehlen auf den derzeit Achten Oberwart bereits vier Zähler. Das wären zwei ganze Siege in der Qualifikationsrunde. Übrigens: Für Traiskirchen ist mittlerweile auch die theoretische Chance auf die Platzierungsrunde dahin, und das sechs Runden vor dem Ende der Regular Season.