Klosterneuburg verhindert Blamage in letzter Minute. Das NÖ-Derby zwischen Traiskirchen und Klosterneuburg war ein richtig umkämpftes Match. Der Tabellenerste behielt beim Letzten in der Schlussphase die Nerven. Klosterneuburg siegt mit 90:83.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 29. Dezember 2020 (20:56)
Maximilian Hopfgartner (in grau) und Klosterneuburg waren für Traiskirchen rund um Dani Koljanin diesmal eine unüberwindbare Hürde.
Franz Michalski

Traiskirchen ist nicht der Lieblingsgegner der Dukes. Zwischen 2016 und 2018 gab es einmal zwölf Lions-Siege in Folge. Heuer warfen die Lions die Dukes sensationell aus dem Cup-Bewerb. Im letzten spiel des Jahres ging Klosterneuburg nun als Tabellenführer ins das Derby. Traiskirchen lagen mit einer 1:11-Bilanz abgeschlagen am Tabellenende. Und genauso gestaltete sich auch die Anfangsphase. Die Gäste zogen auf 10:2 davon, hielten den Vorsprung auch über weite Strecken des ersten Viertels. Doch dann setzten die Lions zu einem Zwischenspurt an: Drei Punkte von Adam Thoseby, drei Punkte von Luka Kamber und zwei Punkte von Mario Spaleta und plötzlich stand es 16:16. Kopf-an-Kopf ging es auch in die erste Pause (20:20).

11:0-Lauf bringt Traiskirchen Führung

Auch im zweiten Abschnitt erwischten die Dukes den besseren Start, zogen mit einem 7:0-Lauf auf 27:20 davon, bauten später den Vorsprung sogar auf neun Zähler aus (23:32). Die Schlussphase der ersten Hälfte gehörte dann aber ganz klar dem Tabellenletzten. Vor allem Kamber lief in dieser Phase richtig heiß. Mit elf Punkten in Folge holten sich die Löwen die erstmalige Führung in diesem Derby (34:32). Danach fingen sich die Klosterneuburger wieder. Valentin Bauer versenkte in letzter Sekunde noch einen Dreier, holte damit das Momentum für die Herzöge zurück. Wenngleich Traiskirchen mit einer knappen 45:44-Führung in die Pause ging.

Klosterneuburg geht wieder in Front

Mit dem Bauer-Dreier im Rücken übernahmen die Gäste zu Beginn des dritten Viertels aber sofort wieder die Führung (45:50). In weiterer Folge blieb der Abschnitt umkämpft. Die Klosterneuburger führten durchgehend. Der Vorsprung betrug zwischen zwei und acht Zählern. Mit zwei verwandelten Freiwürfen sicherte der ehemalige Traiskirchner Benedikt Danek seinen Dukes am Ende eine 68:63-Führung vor dem finalen Durchgang.

Traiskirchen lässt nicht abreißen

Somit war klar, dass sich die Löwen keine weitere verschlafene Viertel-Anfangsphase erlauben dürfen. Und die Traiskirchner waren wach, verkürzten und glichen wenig später auf 69:69 aus. Acht Minuten waren da noch auf der Uhr. Dann drehte Klosterneuburgs Predrag Miletic so richtig auf, erzielte acht Punkte binnen kürzester Zeit, doch Traiskirchen hielt weiter dagegen - 74:77 vor den letzten fünf Minuten. Bis zum Schluss wippte das Match hin und her. Nach einer zwischenzeitlichen 79:78-Führung der Hausherren schlugen die Klosterneuburger angeführt von Miletic zurück, gingen wieder mit drei Punkten in Führung (81:84).

Miletic mit 32 Punkten Mann des Spiels

Eineinhalb Minuten vor dem Ende versenkte Traiskirchens Mario Spaleta ein Lay-up und bekam auch ein Foul zugesprochen. Doch die Chance auf den Ausgleich blieb liegen. Auf der Gegenseite war es erneut 32 Punkte-Mann Miletic der zum 83:86 vollendete. Kamber vergab daraufhin einen zwei Punkte-Wurf und Klosterneuburgs Valentin Bauer wurde mit Fouls noch an die Freiwurflinie geschickt, brachte den 90:83-Erfolg der Klosterneuburger unter Dach und Fach. Am Ende hatten die Dukes deutlich härter zu kämpfen, als von vielen erwartet, doch die Dukes festigen die Spitze, während Traiskirchen den erhofften Befreiungsschlag einmal mehr verpasste - die Ausgangslage für die Qualifikationsrunde (Plätze 7-10) wird damit immer komplizierter. Traiskirchen gastiert am Samstag nun bei Überraschungsteam Graz. Für Klosterneuburg geht es am Sonntag gegen Serienmeister Kapfenberg.