NÖ Teams mit Pannen beim Neustart. Klosterneuburg und Traiskirchen wollen an goldene NÖ-Korbjäger-Zeiten anknüpfen. Doch zum Liga-Start stottert der Erfolgsmotor noch ganz gehörig.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 29. September 2014 (00:04)
NOEN, Pictorial/Michael Filippovits
Spielmacher in der Warteschleife. Für Klosterneuburgs Re'mon Nelson traf die Arbeitserlaubnis nicht rechtzeitig ein.

Niederösterreichs Basketball-Raketen wollen wieder durchstarten. Das Ziel für die Traiskirchner Lions und die Klosterneuburger Dukes: Ein Platz unter den Top 4. Den Liga-Auftakt am Wochenende haben die NÖ-Korbjäger allerdings verpatzt.

„Panne“ mit den Rot-Weiß-Rot-Cards

Die „Löwen“ gingen in heimischer Halle gegen Gmunden unter (81:99), für Klosterneuburg gab’s in Kapfenberg nichts zu holen.

Besonders bitter für die Dukes: Die Neo-Legionäre Re’mon Nelson und Dejan Jevtic durften gar nicht erst mitspielen. Wegen einer „Panne“ mit den Rot-Weiß-Rot-Cards, die bekanntlich Voraussetzung für eine Arbeitserlaubnis sind. Diese seien wegen einer „unvorhersehbaren Verzögerung“ nicht rechtzeitig in Klosterneuburg eingetroffen, rechtfertigt man sich beim Verein.

Mit Jesse Seilern fehlte zum Auftakt ein weiterer Neuzugang. Der 24-Jährige muss sich einer Hand-Operation unterziehen, kann erst Ende Oktober wieder angreifen. Headcoach Robert Langer: „Jesse hatte vor eineinhalb Jahren einen Kahnbeinbruch, der Knochen wurde mit einer Schraube fixiert. Diese dürfte schief liegen und verursacht Schmerzen im Gelenk.“

Klosterneuburger wollen Saisonziel nicht revidieren

Angesichts der Pannenserie im Vorfeld war Langer mit der Leistung bei den Kapfenberg Bulls nicht unzufrieden. Bei der 62:78-Niederlage habe man alles gegeben: „Wenn man sich die Personalsituation anschaut, können wir die Halle erhobenen Hauptes verlassen.“

„Panikkäufe“ schließt Langer aus. Und auch das Saisonziel will man beim zehnfachen Meister nicht revidieren: „Unser Ziel ist es, an den Top 4 anzuklopfen, auch wenn es zu Beginn der Meisterschaft hart wird. Kapfenberg und Güssing sind die stärksten Teams — Gmunden und Vienna könnten dazukommen.“

Traiskirchen setzt auf rot-weiß-rote Linie

Ambitioniert gehen es heuer auch die Lions an. Mit Rückkehrer Benny Danek und dem ebenfalls aus Wien geholten Flo Trmal steigen die Ansprüche beim Traditionsverein. Drei Meistertitel und drei Cupsiege stehen auf der Visitenkarte der Traiskirchner. Der bislang Letzte datiert aus dem Jahr 2001.

Nach dem Semifinaleinzug 2011 hieß es kleine Brötchen backen beim Verein, der übrigens auf einen basketballbegeisterten Pfarrer zurückgeht. 1966 hat der Möllersdorfer Friedrich Tscherney den Klub ins Leben gerufen.

Heute heißt der „Big Boss“ bei den Lions Helmut Niederhofer. Mit einem guten Start wolle man sich frühzeitig „in der oberen Hälfte der Tabelle“ festsetzen. Damit dies auch gelingt und das Ziel „Play-Offs 2015“ erreicht werden kann, wurde der Kader gehörig aufgebessert. „Mit Danek und Trmal haben wir den Stamm an starken Österreichern erweitert und auf einen vierten Legionär verzichtet!“ Diese rot-weiß-rote Linie wollen die Traiskirchner beibehalten.

Neue Regel: „Es wird um einiges schneller zugehen“

Die Runde eins der Basketball-Bundesliga blieb die „löwenstarke“ Überraschung aus. Die Gmunden Swans fuhren einen klaren Sieg im Lions Dome ein. Das Ziel, die Heimstätte wieder zur „Festung“ zu machen, muss Trainer Vladimir Lucic erst einmal vertagen.

Für alle neu: Die modifizierte Regel für Offensiv-Aktionen. Nachdem der Ball den Ring berührt hat, verfügt das angreifende Team nur mehr über 14 Sekunden, um zum Korberfolg zu kommen. Bisher waren’s 24 Sekunden. „Es wird um einiges schneller zugehen“, glaubt Klosterneuburgs Robert Langer, „die Einzelkönner werden dadurch noch mehr im Vordergrund stehen.“