Basketball: Österreich in EM-Vorquali gescheitert. Das österreichische Basketball-Nationalteam der Herren ist am Freitag in Schwechat in der Vorqualifikation für die EM 2015 in der Ukraine knapp gescheitert - trotz eines Sieges.

Erstellt am 16. August 2013 (17:39)
Österreichs Basketball-Herren müssen ihren Traum, sich erstmals seit 1977 für eine EM-Endrunde zu qualifizieren, um zumindest ein Jahr verschieben.

Die Österreicher besiegten am Freitagnachmittag im Multiversum Schwechat im "Finale" der Gruppe C zwar die Schweiz 97:96 (78:78,30:40) nach Verlängerung. Das war aber nach dem 63:69 auswärts zu wenig. Die Eidgenossen behaupteten somit Platz eins und zogen ins Play-off ein.

Sieg mit mindestens sechs Punkten verpasst

Mit zumindest sechs Punkten mussten die Österreicher gewinnen, um die Schweiz noch von der Spitze der Gruppe zu verdrängen. Diesen Vorsprung erreichte die ÖBV-Auswahl im 25. Aufeinandertreffen der beiden Nationen nur einmal - in der Verlängerung. Vielmehr sah sich das Team von Werner Sallomon über weite Strecken der Partie ständig im Hintertreffen und zur Pause mit 30:40 dem bis dahin höchsten Rückstand gegenüber.

Schwache Defense, ideenlose Offense

Die Defensivleistung ließ zu wünschen übrig, offensiv wirkte man oft ideenlos. "Wir haben in der ersten Hälfte nicht so ins Spiel gefunden, wie wir uns das vorgestellt haben", gestand ÖBV-Teamchef Werner Sallomon. 16 Punkte "fehlten" seinem Team zur Halbzeit.

Dennoch durfte noch einmal Hoffnung aufkeimen, weil im dritten Abschnitt sechs Dreipunkter ihr Ziel fanden, allein drei von Thomas Klepeisz.

Weil das letzte Wort jedoch den Schweizern gehörte, stand es nach 30 Minuten trotzdem 54:59. Aber die ÖBV-Herren fighteten weiter. Im vermeintlichen Schlussabschnitt versenkte Topscorer Thomas Schreiner drei "Dreier" und brachte Österreich sechs Sekunden vor Ablauf der 40 Minuten in die Overtime. Am Ende kam der Kapitän auf eine Quote von sieben aus acht von jenseits der Dreipunktelinie.

In der Verlängerung am Ziel - aber nur vorübergehend

"Es hat alles nichts geholfen. Ich wollte unbedingt gewinnen und aufsteigen. Gewonnen haben wir, aufgestiegen sind wir nicht", sagte Schreiner. Dabei hatte es kurz nach "Maßarbeit" ausgesehen. Rasid Mahalbasic traf in der Verlängerung bei noch 3:13 Minuten auf der Uhr zum 86:80 - und damit zum "Wunschresultat".

Auch nach dem neuerlichen Ausgleich der Gäste war die Chance da. Bei 97:92 und verbleibenden 22 Sekunden in der Verlängerung fehlte ein Punkt. Aber die letzten vier Zähler machten die Schweizer, die nun im Play-off auf Bulgarien treffen.

"Zum Großteil sind wir auch selber schuld"

Österreich ist denkbar knapp gescheitert und nimmt 2014 einen weiteren Anlauf auf die EM im darauffolgenden Jahr in der Ukraine.

Vorerst überwog die Enttäuschung. "Es ist schade, aber zum Großteil sind wir auch selber schuld", meinte Sallomon. Die Schweizer hätten aber auch einige sehr schwierige Würfe getroffen. "Es ist sehr bitter, ich bin eigentlich sprachlos", ergänzte Klepeisz, mit 21 Punkten hinter Schreiner (22) der zweitbeste Werfer der Österreicher.