SKN St. Pölten: Plötzlich Bundesligist.... Niederösterreich könnte künftig dreifach in der neuen „Superliga“ vertreten sein. St. Pölten hat Budget eingereicht, hofft auf Ticket fürs vorzeitige Comeback in der Topliga.

Von Wolfgang Wallner und Manuel Burger. Erstellt am 06. August 2019 (04:49)
W. Mayer
Unverhoffte Chance. Florian Pöcksteiner und seine St. Pöltner wollen kommende Saison in der Superliga mitmischen.

Klosterneuburg und Traiskirchen dürften „Gesellschaft“ bekommen. Mit den Basketballern des SKN St. Pölten steht ein drittes NÖ-Team in den Startlöchern für die Superliga. Österreichs höchste Spielklasse findet ja ab Herbst unter der Flagge des Verbandes (ÖBV) statt – und voraussichtlich mit einem blau-gelben Trio.

„Wir wollen die Chance nützen“, versichert Markus Mayer, Obmannstellvertreter der St. Pöltner Korbjäger. Der Verband selbst war auf die Landeshauptstädter zugekommen, will bis Donnerstag eine endgültige Entscheidung treffen. Das teilte der ÖBV auf NÖN-Anfrage mit. „Das Gesamtpaket war für uns sehr reizvoll“, verweist Mayer u. a. auf professionellere Strukturen für die Liga und Live-Spiele im ORF. „Es geht auch darum, unseren talentierten Nachwuchsspielern Perspektiven auf Top-Niveau zu geben.“

Grünes Licht für Lizenzantrag

Für die kommende Saison hatte man ohnehin den Aufstieg „eingeplant“. Nun könnte es weit rascher klappen. Am vergangenen Dienstag gaben Vorstand und der wirtschaftliche Beirat grünes Licht für den Lizenzantrag in der neuen Basketball-Superliga (eh. ABL). St. Pölten kann das notwendige Budget von 350.000 Euro stemmen. „Wir haben es finanziert und keinen Fehlbetrag“, schildert Obmann Alfred Muschik. Mayer ergänzt: „Viele der geforderten Rahmenbedingungen – etwa hauptamtliche Nachwuchstrainer – erfüllen wir in St. Pölten durch unser Leistungszentrum ohnehin.“

Nachdem Fürstenfeld und die Vienna Timberwolves um die Lizenz kämpfen, stehen die Chancen für St. Pölten nicht schlecht. Mehr noch: „Es ist uns vom Verband angeboten worden, dass wir uns bewerben“, schildert Muschik. Die besten Konzepte sollen das Rennen machen.

Headcoach bleibt Andreas Worenz, der klarstellt: „Wir haben getan, was möglich ist und freuen uns, wenn es klappt. Priorität hat aber der Nachwuchs. Da kommt kein Cent weg.“

Ich bin sicher, dass wir das Mittelfeld erreichen Alfred Muschik

Am Spielersektor werden Lukas Böck (durch seine Tätigkeit bei der Nada nicht mehr spielberechtigt) und Hannes Obermann (Arzttätigkeit in München) nicht mehr zur Verfügung stehen, hinter Martin Speisers Basketballzukunft steht ein großes Fragezeichen.

Da die Zeit drängt, stehen schon vier neue Spieler für die Superliga ante portas. „Wir sind den vier im Wort.“ Auf den Neuen wird viel Verantwortung lasten. „Sie haben Erstligaerfahrung. Wir wissen, was wir an ihnen haben“, schildert Worenz, der nach dem Abgang von Felix Jambor einen erfahrenen Assistenzcoach bekommen wird.

Wie konkurrenzfähig wird der Vizemeister der 2. Liga in der obersten Spielklasse sein? „Ich bin sicher, dass wir das Mittelfeld erreichen“, sagt Muschik.