Benjamin Karl will alle Rennen gewinnen. Fast sieben Wochen, nachdem die Freestyler in Neuseeland mit einem Halfpipe-Bewerb losgelegt haben, beginnt am Donnerstag auch der Snowboard-Weltcup 2011/12 für die Raceboarder. Zum bereits neunten Mal ist der "Kühlschrank" von Landgraaf in den Niederlanden Schauplatz des ersten Parallelslaloms. Weltcup-Titelverteidiger und Weltmeister Benjamin Karl hat sich vorgenommen, alle Rennen zu gewinnen.

Erstellt am 12. Oktober 2011 (15:02)

Schon beim einzigen Hallen-Event der Saison muss sich Karl aber nicht nur wegen bis zu minus zehn Grad in der "Snowworld" warm anziehen. Die Konkurrenz ist extrem stark, zudem kehrt auch Karls "Albtraum" zurück. Der bereits 36-jährige Kanadier Jasey Jay Anderson, der dem Niederösterreicher 2010 bei Olympia in Vancouver die sicher geglaubte Goldmedaille weggeschnappt und danach seinen Rücktritt erklärt hatte, gibt zur allgemeinen Überraschung ein Comeback.

Österreichs Parallelboarder treten mit dem neuen Coach Tom Weninger sowie sechs Damen und acht Herren an. Sechs Siege und 16 Podestplätze seit 2003 sprechen für sich, Sigi Grabner (2005, 2006), Karl (2008, 2009) und Andreas Prommegger (2010) haben hier schon gewonnen. Der ebenfalls bereits 36-jährige Grabner ist nach einer Sprunggelenks-Operation im vergangenen Mai rechtzeitig fit geworden. Vorjahressieger Prommegger tritt erstmals als Vater, Karl erstmals als Ehemann im Weltcup an.

"Nach meinen drei Siegen im Gesamtweltcup und dem Gewinn von Olympia- und WM-Medaillen habe ich mir für die kommende Saison zum Ziel gesetzt, alle Rennen zu gewinnen", strotzte Dreifach-Weltmeister Karl vor dem Weltcupstart vor Selbstvertrauen. Eines kann der Olympia-Zweite aber selbst dann nicht mehr, wenn er tatsächlich das noch nie Dagewesene schafft. Nämlich wieder eine große Weltcup-Kugel holen.

Die gibt es in dieser Saison nur noch für die kombinierte Freestyle-Wertung aus Halfpipe, Slopestyle und Big Air, für die auch kleine Disziplinenkugeln vergeben werden. Im Alpinbereich haben sich die Fahrer hingegen mittlerweile so spezialisiert, dass die FIS kommenden Winter nur noch kleine Kugeln im Parallelbewerb (Riesentorlauf und Slalom) und Snowboardcross ausgeschrieben hat. Damit ist Österreichs Junioren-Weltmeister Clemens Schattschneider im kommenden Winter Österreichs größte Hoffnung auf die einzige große Kristallkugel im Snowboard-Weltcup. Für den Niederösterreicher geht es aber erst mit dem Big Air am 29. Oktober in London los.