Basketballer setzen auf geimpfte Spieler

Ab dem ersten November werden bei den Superligisten nur mehr Spieler einlaufen, die gegen Corona geimpft sind. Darauf verständigten sich die Vereine. Sportlich geht der BC Vienna als Favorit in die Saison. Der Letzte muss direkt absteigen.

Erstellt am 08. Oktober 2021 | 06:34
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Nach einer außergewöhnlichen, von der Pandemie stark beeinflussten Spielzeit startet die bet-at-home Superliga am 9. Oktober in die Saison 2021/22 - mit neuen Favoriten, einem direkten Absteiger. Bei der Auftaktpressekonferenz im Talent Garden Vienna wurde die neue Saison eingeläutet - und eine Impf-Einigung der Klubs präsentiert: Ab 1. November gilt für die Teams die "1G"-Regelung. Es werden nur noch geimpfte Spieler eingesetzt.

BC Vienna ist klarer Titelfavorit

Am Samstag wird die Jagd auf den Meistertitel und auf die Gmunden Swans offiziell eröffnet. Eigentlich begann sie bereits vor Monaten: Denn nachdem die Oberösterreicher ihre titellose Leidenszeit nach fast zehn Jahren endlich beenden konnten, krallte sich ein Konkurrent ihren Top-Star: Liga-MVP Enis Murati wechselte zum BC GGMT Vienna, der sich in der Off-Season mit diesem und zahlreichen weiteren Transfers zum Titelkandidaten Nummer eins mauserte. Während für BC-Manager Petar Stazic alles andere als der Titel eine Enttäuschung wäre, gab sich Murati im Rahmen der Auftaktpressekonferenz noch vorsichtiger: "Es ist natürlich unser Ziel. Aber wir müssen uns als Team erst finden. Wenn uns das gelingt, ist alles möglich."

Gmunden erster Herausforderer

Dass die Swans den Platz am Thron jedenfalls nicht einfach so aufgeben werden, unterstrichen sie im Supercup, den sie mit einem 82:61-Erfolg gegen Oberwart souverän für sich entschieden - und das vor Fans, die heuer ihr Comeback feiern. "Es war, als wären sie nie weggewesen", schwärmt Gmundens Daniel Friedrich, der nach Muratis Abgang als neuer Kapitän der Swans die Trophäe in die Höhe stemmen durfte. Neben den bereits genannten Teams, muss man auch die Kapfenberg Bulls auf der Titelrechnung haben. Der im Mai von den Swans entthronte Ex-Serienmeister tritt immer an, um das letzte Spiel der Saison zu gewinnen. Das Verfolgerfeld ist heuer aber extrem dicht gedrängt: SKN St. Pölten, Wels und die Kolsterneuburg Dukes haben allesamt Chancen zumindest das Halbfinale zu erreichen. Auch der UBSC Raiffeisen Graz, die (um ein Jahr älteren) Vienna D.C. Timberwolves und die Traiskirchen Lions haben in der Pre-Season gezeigt, dass sie voll mithalten können. Einer Meisterschaft, die vielleicht noch enger ist, als in der Vorsaison, steht nichts im Wege.

Play-Down-Verlier muss runter

Über Titel und Abstieg wird heuer in best-of-five-Serien entschieden. Das ist auch im Hinblick auf die einzige Modus-Änderung interessant: Es wird wieder einen direkten Absteiger geben. Der Verlierer der Play-downs muss runter in die Basketball Zweite Liga. Der Weg zum Meistertitel hat sich im Vergleich zum Vorjahr hingegen nicht verändert. Er führt über die Play-offs, in denen im Viertelfinale, Halbfinale und Finale wie gewohnt in best-of-five-Serien über Freud und Leid entschieden wird. Auch die Regular Season bleibt unverändert. Der Grunddurchgang hat 18 Runden, die Teams spielen Hin- und Rückspiel gegeneinander. Danach werden die Punkte und die Liga in Platzierungsrunde (Top-6) und Qualifikationsrunde (Platz 7 bis 10) geteilt, ehe erneut im Round Robin-Format die Platzierungen ausgespielt werden. 

Clubs wollen größtmögliche Sicherheit

Die anhaltenden Coronapandemie schwebt aber nach wie vor wie ein Damoklesschwert über dem professionellen Sport. Daher haben sich die Vereine auf eine in Europa einzigartige „1G“-Regelung geeinigt: Ab 1. November werden nur noch geimpfte Spieler eingesetzt. „Die Vereine haben im Vorjahr wirklich alles getan, um ihre Teams und damit den Spielbetrieb zu schützen“, erklärt BSL-Geschäftsführer Johannes Wiesmann, der mit seinen Team dennoch immer wieder mit coronabedingten Verschiebungen, Diskussionen und Problemen zu kämpfen hatte. „Ich kann verstehen, dass die Vereine hier auf größtmögliche Sicherheit pochen. Die lückenlose Impfung der roten Gruppe (Anm. Spieler & Coaches) ist dafür natürlich das beste Mittel, das uns derzeit zu Verfügung steht.“ Diese Regelung gilt auch für die von Basketball Austria entsandten Schiedsrichter. Beschlossen wurde sie in einer Ligatagung Mitte September. Schon damals lag die Impfquote bei knapp 95 Prozent.