Bitterer WM-Abstieg für Eishockey-Nationalteam. Österreichs Eishockey-Nationalteam hat sich am Montag bei der WM in Helsinki Russland mit 4:8 geschlagen geben müssen und ist wieder abgestiegen. Nachdem die erhoffte Schützenhilfe von Frankreich gegen Lettland ausgeblieben war - die Franzosen verloren 1:3 -, hätte Österreich eine Sensation und zumindest einen Punkt benötigt, um erstmals seit 2004 den Klassenerhalt zu sichern.

Erstellt am 14. Mai 2013 (11:50)

"Ich war jetzt bei drei Weltmeisterschaften dabei, aber so knapp dran waren wir noch nie. Wir haben jedes Spiel gekämpft, es hat leider nicht gereicht. Der Abstieg ist sehr bitter, das tut weh", sagte Thomas Vanek, der dennoch auch viel Positives sah. "Diese WM-Teilnahme hat am meisten Spaß gemacht. Manny (Anm.: Teamchef Viveiros) hat eine Stimmung reingebracht, bei der jeder gerne für das Team spielt, jeder kennt seine Aufgaben", erklärte der NHL-Stürmer, der mit Torhüter Bernhard Starkbaum und Verteidiger Andre Lakos zu den drei besten österreichischen Spielern gewählt worden ist.

In den Partien gegen Frankreich (1:3) und Deutschland (0:2) kosteten Defensivfehler und mangelnde Effizienz vor dem Tor die entscheidenden Punkte. Die Siege gegen Lettland (6:3) und Vize-Weltmeister Slowakei (2:1 n.P.) konnten das nicht wettmachen. Es war dennoch das beste WM-Turnier einer ÖEHV-Auswahl seit Prag 2004 - die Österreicher überzeugten mit Kampfkraft, Moral, ihrem Auftritt als Einheit und taktischer Disziplin und hatten so in fünf Matches realistische Chancen auf Punkte.

Verbesserungspotenzial sieht Vanek vor allem in Hinblick auf die heimische Liga. "Die Liga muss sich entscheiden, ob sie die Österreicher fördern will, oder die Ausländer. Wir haben Spieler im Team, die in der Liga kaum Powerplay oder Unterzahl spielen, dann kommen sie zur WM und machen das gegen Russland und Finnland. Wenn sich die Clubs nicht entscheiden, auf sieben, acht Legionäre runterzugehen und den Nachwuchs zu fördern, wird sich nichts ändern", erklärte der NHL-Star.

Zusammenarbeit mit der Liga ist auch bei der Termingestaltung gefragt. Wegen der Olympia-Teilnahme wird die EBEL im Februar eine zweieinhalb- bis dreiwöchige Pause einlegen müssen, zudem ist durch den Abstieg ein frühes Saisonende gefordert. Denn die WM der Division 1A mit Slowenien, Ungarn, Japan, der Ukraine und Südkorea, dem bisher einzigen Bewerber für die Austragung des Turniers, ist von 12. bis 18. April und damit rund einen Monat früher als die A-WM angesetzt.