Bundesligavereine warten auf Entscheidung. Wiener Neustadt und Baden hängen derzeit in den Seilen. Ob und wann die Tischtennis-Saison zu Ende geht, ist derzeit noch unklar.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 12. April 2020 (09:23)
Ob Wiener Neustadts Tomas Konecny und Kollegen diese Saison noch an der Platte beenden können, scheint mehr als fraglich.
Malcolm Zottl

Eishockey, Volleyball, Basketball und Handball - die höchsten heimischen Spielklassen in den größten Indoor-Sportarten sind alle abgebrochen. Die Tischtennis-Cracks lassen sich mit dieser Entscheidung hingegen noch Zeit. Nach NÖN-Information soll bis spätestens Ende April klar sein, wie mit der Saison weiter verfahren wird. Zur Ausgangslage: In der 1. Bundesliga fehlt noch eine Runde, so wie insgesamt drei Nachtragsspiele. Danach wäre ursprünglich noch ein Finalturnier geplant gewesen.

Meisterschaft ohne Legionäre undenkbar

Fix ist: Bis Ende Juni geht nichts, zumindest vor Zusehern. "Das ist bei uns aber sicher nicht das ganz große Thema", meint Andreas Meixner, Obmann des Badener AC. Eintrittsgelder werden im Tischtennis-Oberhaus nicht verlangt, die wirtschaftlichen Auswirkungen von Geisterspielen wären also gleich null. Das entscheidende Problem ist die Reisefreiheit. In den beiden obersten Spielklassen (1. Bundesliga OPO, 1. Bundesliga UPO) spielen nahezu alle Herren-Teams mit Legionären, so auch Wiener Neustadt. Alle Spieler der Bundesliga-Mannschaft haben ihren Lebensmittelpunkt im Ausland. "Tomas Konecny wohnt in Tschechien. Er könnte schon kommen", weiß Obmann Franz Gernjak. Die Frage ist, wie lange der Top-Mann nach Ein- und Ausreise in Qurantäne müsste?

Aufstieg wäre gerecht, aber...

Sprich: Zum jetzigen Zeitpunkt scheint es unwahrscheinlich, dass die Saison regulär zu Ende geht. Baden ist derzeit überlegener Tabellenführer im unteren Play-off der 1. Bundesliga. Meixner ist davon überzeugt, dass der Aufstieg sportlich gerechtfertigt wäre, aber "die Frage ist, ob wir das auch wollen", sagt der Obmann. Denn die wirtschaftlichen Auswirkungen werden den Verein treffen. Durch die Verschiebung, oder gar die Absage, der Gehörlosen-WM, so wie der nationalen Meisterschaft der Senioren und der U15 verursachen einen Ausfall von Einnahmen. "Wir werden wieder eine Mannschaft in der 2. Bundesliga stellen, alleine schon wegen Marc Sagawe", will Meixner den Teenager weiter top gefördert wissen: "Den Rest müssen wir abwarten."

Wiener Neustadt will investieren

Ähnliches gilt für Wiener Neustadt, das sich im oberen Play-off der 1. Bundesliga noch Hoffnungen auf einen Top Drei-Platz nach dem Grunddurchgang macht(e). Doch Gernjak verspricht, dass sein Team in der nächsten Saison noch stärker werden wird: "Wir werden weiter investieren. Der Stamm der Mannschaft bleibt. Wir werden noch stärker werden, trotz der Krise", verspricht Gernjak.