Colsaerts, Pieters & Co: Ryder-Cup-Stars im Anmarsch. Als feststand, dass die European Tour der Golfer in Atzenbrugg und Adamstal gastieren wird, tauchte in der Sekunde die brennende Frage auf: Welche Stars kommen? Jetzt ist die Nennliste für das Turnier im Diamond Country Club da. Und die Namen sind durchaus klingend.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 30. Juni 2020 (11:45)
Der Belgier Thomas Pieters stand 2016 im europäischen Aufgebot des Ryder Cups.
APA/AFP/Clary

Bei aller Freude über die beiden mit 500.000 Euro dotierten Turniere in Niederösterreich, gingen bei manchen Golf-Fans gleich wieder die Mundwinkel tief als klar war, dass die heimischen Topstars Bernd Wiesberger und Mathias Schwab fehlen werden. Beide schlagen bei den weiter höher bewerteten Turnieren in Amerika ab.  

Auch Altstar Jimenez kommt nach Atzenbrugg

Klingende Namen wird es aber dennoch geben. Die Belgier Nicolas Colsaerts und Thomas Pieters standen beide schon im elitären Aufgebot des europäischen Ryder-Cup-Teams. Mit dem Niederländer Jost Luiten und dem spanischen „Veteran“ Miguel Angel Jimenez schlagen zwei weitere Spieler mit Ryder-Cup-Erfahrung in Atzenbrugg ab. Komplettiert wird das Star-Aufgebot mit dem 32-jährigen Briten Chris Wood, der sich in Atzenbrugg 2015 bereits in die Siegerliste ein. 

Anzunehmen, dass viele Spieler, die ab 9. Juli im Diamond Country Club am Start sind auch eine Woche später in Adamstal mit dabei sein werden. Die Anmeldefrist für das Turnier im Golfclub von Franz Wittmann läuft aber noch. 

Vor drei Wochen wackelten Turniere

Während sich also in wenigen Tagen die internationalen Golfstars in Niederösterreich die Klinke in die Hand geben, sah die Lage in Sachen Spitzen-Golf vor einem Jahr noch deutlich düsterer aus. Neunmal schien bis 2018 zuvor der Diamond Country Club in Atzenbrugg im elitären Kalender der European Tour auf. Dann war Schluss. Clubbesitzer Christian Guzy und seine Getreuen konnten bzw. wollten die vor sich hin explodierenden Preisgeld-Steigerungen nicht mehr aufbringen. 

Die Corona-Pandemie änderte das Bild. Die Tour suchte fieberhaft nach „sicheren Häfen“, um ein Comeback zu schaffen. Und sie wurde ausgerechnet in Niederösterreich fündig.  

Wittmann erfüllt sich Lebenstraum

Der Golfclub in Adamstal gehört Ex-Rallye-Star Franz Wittmann. Für ihn geht gar ein Lebenstraum in Erfüllung. Seinen Sieg beim WM-Lauf in Neuseeland bezeichnet der 70-Jährige als ersten Traum, der zweite folgt jetzt: „Nachdem wir schon in der Challenge Tour unterwegs waren, hat sich heuer die Möglichkeit eröffnet, erstmals in die European Tour aufzusteigen.“ 

Arbeitsintensive Wochen machten es möglich, dass zwei Top-Events in Niederösterreich steigen können. Die Auflagen der Tour bezüglich Corona sind in weiten Teilen strenger als jene der österreichischen Regierung. „Vor drei Wochen sah es eher so aus, als ob wir es nicht machen können“, plaudert Wittmann aus dem Nähkästchen. Dank intensiver Zusammenarbeit mit Golfverband und den Ministerien wurden letztlich doch alle Stolpersteine aus dem Weg geräumt. 

Guzy will dauerhaft zurück auf die Tour

Ob die Tour nur in diesem Ausnahmejahr nach Österreich zurückkehrt? „Ganz schwer zu beurteilen. Es ist gerade vieles in Bewegung. Mein Ziel wäre, dass wir es künftig im April auf den Tour-Kalender schaffen. Das wäre am Beginn des Golfjahres die ideale Werbung für uns. Vielleicht gelingt uns das“, beginnt auch Guzy zu träumen.