Der Traum von Europa. St. Pölten und Horn stehen im Cup-Semifinale und dürfen weiter vom Europacup träumen. Mit Krems und Stockerau gibt es in Niederösterreich leuchtende Vorbilder.

Von Bernhard Schiesser und Bernd Dangl. Erstellt am 22. April 2014 (00:00)
Erneuter Jubel im Halbfinale? Horn-Kapitän Aleksandar Djordjevic (M.) wurde nach seinem 2:0 im Viertelfinale über Amstetten von seinen Teamkollegen geherzt. Rechts: So jubelte der St. Pöltner Osman Bozkurt nach seinem Siegestreffer beim 2:1-Viertelfinalerfolg gegen den SV Ried. Fotos: Karl Stöger/APA/Alois Furtner
NOEN, Karl Stöger/APA/Alois Furtner

Der Kremser SC schaffte es 1988. Die Stockerauer sorgten 1991 für die Sensation. Beide Vereine holten als Zweitligisten den ÖFB Cup und qualifizierten sich damit für den Europacup.

St. Pölten und Horn könnten dieses Kunststück wiederholen. Zugegeben, leicht wird das nicht. Die Landeshauptstädter bekommen es im Cup-Semifinale mit Sturm Graz zu tun. Die Waldviertler empfangen Meister Salzburg. Die Spiele finden am 6. und 7. Mai statt. Die genauen Termine werden erst festgelegt.

Werden die Salzburger ihrer Favoritenrolle gerecht und ziehen ins Finale ein, würde den St. Pöltnern bereits ein Sieg über Sturm für die Europacupteilnahme reichen, weil Salzburg bereits über die Meisterschaft international qualifiziert ist. Horn müsste sowohl das Semifinale als auch das Finale am 18. Mai in Klagenfurt gewinnen.

Meister Manny wichtiger als Meister Salzburg 

Von der Auslosung erfuhr Horn-Trainer Willi Schuldes via NÖN, denn: Zuhause hatte er punkto Fernseher gegen seinen zweijährigen Sohn Luca keinen Auftrag, der wollte „Meister Manny’s Werkzeugkiste“ sehen, wodurch Schuldes die Ziehung der Halbfinal-Paarungen am Ostersonntag verpasste.

Noch sei der Cup in Horn aber ohnehin kein Thema, geht es doch in der Meisterschaft noch um den Klassenerhalt: „Wir haben so viele wichtige Spiele derzeit. Da blicken wir von Gegner zu Gegner. Und irgendwann ist dann wieder der Cup an der Reihe, dann konzentrieren wir uns auf den.“

Hoffen auf ausverkaufte NV-Arena

In St. Pölten fiebert hingegen schon alles dem Halbfinalschlager gegen Sturm entgegen. Vorstandsvorsitzender Gottfried Tröstl hofft, dass die NV Arena erstmals in einem Pflichtspiel ausverkauft sein wird: „Das wäre wunderbar und hätte sich die Mannschaft auch verdient.“ Das würde auch dem angespannten und für die nächste Saison gekürzten Klubbudget gut tun. 35.000 Euro sind den beiden NÖ-Halbfinalisten aus dem Cup-Topf ohnehin sicher.

Sportlich rechnet sich SKN-Trainer Gerald Baumgartner, der in seiner Trainerkarriere bislang mit Red Bull Juniors, Pasching und St. Pölten alle 13 Cupspiele gewann, auch gegen Sturm gute Chancen aus: „Das ist eine starke Mannschaft, die noch dazu im Aufwind ist. Aber auch das ist eine machbare Aufgabe.“

Horn-Boss Thomas Kronsteiner, der übrigens 1988 das Kremser Tor im Europacup gegen Jena hütete, glaubt an ein Wunder: „Mit Salzburg kommt die beste Mannschaft Österreichs, aber in jedem Spiel hat man eine Chance.“


NÖ Cuperfolge

  • Kremser SC 1988: Finalerfolg über den FC Tirol (2:0 in Krems, 1:3 in Innsbruck). Europacup gegen Carl Zeiss Jena (0:5 in Jena, 1:0 in Krems).

  • SV Stockerau 1991: 2:1-Finalerfolg über Rapid. Europacup gegen Tottenham (0:1 in Wien, 0:1 in London).