Deutscher Ciolek gewann Ö-Tour-Etappe. Der Deutsche Gerald Ciolek hat am Freitag die 6. Etappe der Österreich-Radrundfahrt gewonnen. Der 26-Jährige vom Team MTN setzte sich nach 182 km von Maria Taferl nach Poysdorf im Massensprint vor dem Italiener Simone Ponzi und dem Australier Jonathan Cantwell durch. Im Gesamtklassement gab es trotz eines Sturzes, in den auch Spitzenreiter Kevin Seeldraeyers verwickelt war, keine Änderung.

Erstellt am 05. Juli 2013 (18:23)

Seeldraeyers kam mit Abschürfungen an Knie und Beinen davon, wurde zeitgleich mit dem Sieger gewertet. Der Belgier geht mit 52 Sekunden Vorsprung auf den Oberösterreicher Riccardo Zoidl in das vorentscheidende Zeitfahren am Samstag in Podersdorf. Zoidl hat den ersten Gesamtsieg eines Österreichers beim Heimrennen seit Thomas Rohregger 2008 im Visier. Die Rundfahrt endet am Sonntag in Wien.

Auf der Fahrt aus der Wachau (Bernhard Eisel initiierte eine Spendenaktion zugunsten der Betroffenen der Überschwemmungen) ins Weinviertel erlebten zahlreiche Fahrer böse Überraschungen. Der Tiroler Stefan Denifl (Gesamt-Elfter) musste nach einem Sturz nach rund 90 km wegen eines Schlüsselbeinbruchs aufgeben, auch Seeldraeyers ging zu Boden. Prellungen und Abschürfungen am linken Bein zog sich der 26-Jährige im Zielsprint zu. "Vor mir sind mehrere Fahrer gestürzt, ich konnte nicht mehr ausweichen", sagte der Belgier, der damit vor dem Zeitfahr-Match mit Zoidl einen schmerzhaften Rückschlag erlebte.

Seeldraeyers glaubt dennoch an seine Chance. Er sei in besserer Form als bei den drei bisherigen Starts in Podersdorf. Er wird am Samstag ein Leistungsmessgerät verwenden. "Ich werde mit 380 Watt beginnen und versuche das durchzuhalten", sagte der Profi des kasachischen Rennstalls.

Zoidl verlässt sich hingegen auf seine innere Uhr. "Ich werde mit etwa 400 Watt fahren", sagte der WM-14. des Vorjahres. Theoretisch sei für ihn der Sieg noch möglich. Es wäre der erste eines Österreichers seit Thomas Rohregger 2008. "Ich werde mit Vollgas fahren, es wird ein faires Duell", kündigte der Gourmetfein-Profi an. Sollte zwischen den zwei Sieganwärtern - der drittplatzierte Kasache Alexander Djatschenko lag auch nur 12 Sekunden hinter Zoidl - über die gesamte Distanz ein Unterschied von etwa 20 Watt sein, würde das Rennen zum Sekunden-Krimi.