Erstellt am 03. März 2013, 16:51

Die Arena hat ihre Unschuld verloren. Erste Liga / 1:7 gegen Kapfenberg, nur 2.100 Zuschauer und
die Entlassung von Abwehrchef Rödl – SKN steckt in der Krise!

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Von Bernhard Schiesser

Tristesse lag am Freitag über der NV Arena. Doch nicht nur das 1:7-Heimdebakel vor nur 2.100 Zuschauern (Minusrekord!) drückte auf die Stimmung.

Jetzt soll auch noch Abwehrchef Manuel Rödl fristlos entlassen werden. Knapper Kommentar von Vereinschef Gottfried Tröstl: „Die Entlassung erfolgte aus disziplinären Gründen. Es geht um einen Vertrauensbruch gegenüber der Mannschaft.“ Rödl soll beim Pokerspiel im Rahmen des Trainingslagers in der Türkei geschummelt haben.

Der 30-Jährige ist seit zwei Wochen dienstfrei gestellt. Das Angebot des SKN auf eine einvernehmliche Auflösung des Vertrags lehnte Rödl ab. Er wandte sich an die Fußballergewerkschaft. Rödl selbst wollte nichts zur Causa sagen, über den geschäftsführenden Sekretär der Fußballergewerkschaft, Rudolf Novotny, lässt Rödl ausrichten, dass er keinerlei finanziellen Vorteil aus dem Kartenspiel im türkischen Lara gezogen habe. Jurist Novotny weiter: „Ich stelle infrage, ob der Sachverhalt, wenn er denn so war, eine Entlassung rechtfertigt.“

Das Trainerteam rund um Chefcoach Martin Scherb ist jetzt gefragt, die richtigen Schlüsse aus dem Kapfenberg-Debakel zu ziehen und die Köpfe der Spieler bis zum Spiel am Freitag in Altach freizubekommen. „Es soll keine Ausrede sein, aber ganz spurlos ist die Rödl-Geschichte natürlich nicht an der Mannschaft vorübergegangen“, so Scherb, der sich seiner Verantwortung bewusst ist: „Ich weiß, dass ich in den nächsten Tagen der wichtigste Mann bin.“

Weit weniger drückt der Schuh beim SV Horn. Grund zum Jubeln gibt es im Waldviertel nach den zwei abgesagten Spielen zum Frühjahrsauftakt aber auch nicht. „Wir wären gerne gestartet, die Spannung war voll da. Jetzt wollen wir Favorit Aus-tria Lustenau ärgern“, so Trainer Michael Streiter.

Manuel Rödl (l.) wird nicht mehr für St. Pölten köpfeln.CS