Die Stars auf der Bank. Liga-Auftakt / Samstag starten Admira und Wiener Neustadt in die Bundesliga – den klingendsten Namen hat da wie dort der Trainer: Toni Polster und Heimo Pfeifenberger.

Erstellt am 14. Juli 2013 (15:51)
NOEN, APA/HELMUT FOHRINGER
Von Peter Gruber und Bernhard Schiesser

Die Liga hat uns wieder. Nach dem Cup-Präludium geht es ab Samstag um Punkte. Für Niederösterreichs Vertreter Wiener Neustadt und Admira um Punkte gegen den Abstieg – nach der Last Minute-Rettung in der vergangenen Saison sind sich Neustadts Trainer Heimo Pfeifenberger und Admiras Neo-Coach Toni Polster einig: „Es wird ein hartes Stück Arbeit.“ Nicht das Einzige, was den Salzburger und den Wiener eint.

Pfeifenberger und Polster sind als Bankbeamte die Stars bei ihren grauen Mäusen – nur 2.750 Fans lockte Wiener Neustadt mit dem trotzigen Charme der Post-Stronach-Ära im Schnitt vergangenes Jahr ins Stadion, bei der Admira kamen durchschnittlich um 500 mehr. Zu wenig für einen, der mit Salzburg im Europacup das Happel-Stadion ausverkauft hat: „Das hat sich auch unser Fußball nicht verdient“, meint Pfeifenberger.

Erst recht zu wenig für einen, der jahrelang in Italien, Spanien und Deutschland vor zigtausenden Fans gespielt und getroffen hat. „Eigentlich ist es nicht zu begreifen“, so Polster. Ob also der Rekordtorschütze des ÖFB Teams – 44 Treffer in 95 Spielen – südlich von Wien für einen Zuschauerboom sorgen kann? „Irgendwann reicht nur der Name Polster nicht aus, aber schön wär’s schon, wenn wir den Schnitt etwas heben könnten.“

Name und Image als Hemmschuh

Letztlich bleibt die Tribüne aber auch für Polster ein Nebenschauplatz – entscheidend ist der sportliche Erfolg. Den er im Unterhaus hatte: Mit zwei Meistertiteln führte er die Wiener Viktoria in die Regionalliga. „Ich habe sehr hart gearbeitet, um als Trainer wahrgenommen zu werden“, meint Polster – gleichzeitig Bundesliga-Neuling und mit 49 Jahren ältester Liga-Trainer.

Ein Spätberufener: „Ich hatte ja vorher auch gar keine Zeit.“ Nach Jahren im Marketing bei Mönchengladbach entschied er sich erst nach dem ihn Frank Stronach 2005 als Austria-Generalmanager vor die Tür gesetzt hatte für die Trainerausbildung. Und musste den Weg über den Amateurfußball gehen – erst bei den LASK Ju niors, dann bei der Viktoria. „Ich glaube schon, dass der Name Polster ein Hemmschuh war. Letztlich ist dieser Weg aber der bessere, weil man unheimlich viel lernt“, so Polster.

Auch Pfeifenberger ging den Umweg über den Nachwuchs und die Regionalliga, auch er kennt die Vorurteile – wie in Polster viele den Wiener Schmähbruder sehen, bleibt er der Salzburger Sonnyboy. „Damit muss man leben und ich kann mein Naturell nicht ändern. Ich bin mir aber sicher, dass Toni und ich unseren Job genauso ernst nehmen wie jeder andere.“

Der Respekt füreinander ist jedenfalls da: „Ich habe Heimo immer für sein Kämpferherz geschätzt. Mich freut es für ihn, was er mit Wiener Neustadt bewältigt hat.“ Und Pfeifenberger freut sich über Polster als Bereicherung für die Liga: „Er kann das auf jeden Fall. Er hat als Spieler schon immense Erfahrung gesammelt und zuletzt auch als Trainer.“ Aufs erste direkte Duell müssen die beiden aber noch warten: In der neunten Runde empfängt die Admira Wiener Neustadt.

Beweisen kann Polster das erstmals am Samstag – ausgerechnet beim Meister, „seiner“ Wiener Austria. „Wir fahren nicht dorthin, um in Ehrfurcht zu erstarren. Wir müssen Punkte sammeln, wie die Eichhörnchen.“

Pfeifenbergers Auftakt wird auch nicht viel leichter – Wiener Neustadt empfängt Red Bull Salzburg.