„Ein guter Tag für den Sport“. Wilhelm Lilge, Trainer von Lauf-Ass Andi Vojta und Aufdecker des Dopingfalls Susanne Pumper, im Gespräch über den aktuellen Doping-Skandal.

Erstellt am 26. Juli 2013 (08:00)
Wilhelm Lilge, Trainer von Lauf-Ass Andi Vojta und Aufdecker des Dopingfalls Susanne Pumper, im Gespräch über den aktuellen Doping-Skandal. Foto: team2012/Vojta
NOEN, team2012/Vojta
NÖN: Haben Sie die Doping-Vorwürfe rund um Weltstars wie Tyson Gay überrascht?
Wilhelm Lilge: Es war wohl wieder was fällig. Es gab ja immer Misstrauen, ob Stars vielleicht geschont werden. Das wurde jetzt ausgeräumt – offensichtlich wird auch vor großen Namen nicht Halt gemacht. Ein guter Tag für den Sport.

Aber erschütternd für die Leichtathletik.
Erschütternd vor allem für die Doper. Natürlich besteht die Gefahr, dass jetzt wieder alle unter Generalverdacht stehen. Da braucht es einen differenzierten Blick. Jedenfalls können solche Fälle aber helfen, junge Sportler abzuhalten, Doping überhaupt als eine Option zu sehen.

"Wenn ein Mörder davon kommt, hebt auch keiner das Strafgesetz auf"

Bleibt der Kampf nicht dennoch einer gegen Windmühlen?
Natürlich gibt es dopende Sportler, die damit davon kommen. Das ändert aber nichts daran, dass Spitzenleistungen auch sauber möglich sind. Und es ist auch kein Grund, die Regeln zu lockern: Wenn ein Mörder davon kommt, wird auch keiner daran denken, das Strafgesetz aufzuheben.

Interview: Peter Gruber