Ein heißer Herbst. Dichter Terminkalender / Der Wullersdorfer Markus Suttner (26) kämpft mit der Austria in der Champions League und mit dem ÖFB-Team um ein Weltmeisterschafts-Ticket. Von Bernd Dangl

Erstellt am 01. September 2013 (17:20)
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Ausgetanzt. Der Wullersdorfer Markus Suttner (rechts) surft derzeit auf einer Erfolgswelle. Mit seinem Verein Austria Wien nimmt er Kurs Richtung Meistertitel, beim Nationalteam gehört er zum Stammkader.APA/Oczeret

„Champions League, wir kommen!“ Die Freude bei den Spielern der Wiener Austria war nach der geschafften Qualifikation riesengroß. Da störte es niemanden mehr, dass der österreichische Meister das Retourspiel gegen den kroatischen Champion Dinamo Zagreb mit 2:3 verlor, der 2:0-Sieg aus dem Hinspiel reichte. Damit qualifizierten sich die Violetten zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte und als erster österreichischer Klub seit Rapid in der Saison 2005/06 für die Königsklasse!

Porto, Madrid und St. Petersburg

„Ich kann es noch gar nicht glauben“, freute sich auch Verteidiger Markus Suttner. Der 26-jährige Wullersdorfer (Bezirk Hollabrunn), der im Hinspiel noch gesperrt war, spielte auf der linken Abwehrseite durch und machte während der heiß umkämpften 90 Minuten, wo die Austrianer zwischenzeitlich 1:3 zurück und somit ausgeschieden waren, einiges durch. „Wir haben aber nie aufgegeben und an uns geglaubt.“ Der Aufstieg bringt nun aber auch ordentlichen „Stress“ in den Terminkalender des Austrianers. Denn Zeit zum Regenerieren wird Markus Suttner in den kommenden Wochen nur spärlich haben. Bereits am 17. September startet die Champions League – mit dem FC Porto, Atletico Madrid und Zenit St. Petersburg als Gegner.

„Attraktiv und stark“, wie Suttner weiß. Wenngleich sich der „Traum von Real oder Barcelona“ nicht erfüllt hat. Oder auch jener auf die Bayern und David Alaba zu treffen. „Schade, aber wir müssen es so nehmen, wie es kommt“, fiebert Suttner den kommenden internationalen Aufgaben mit den Violetten entgegen.

Aber nicht nur auf Klubebene wird’s für den Wullersdorfer ein heißer Herbst, sondern auch mit dem Nationalteam. Die Qualifikation für die WM-Endrunde 2014 in Brasilien geht in die Endphase. Ein möglicherweise vorentscheidendes Doppel steht mit den Spielen gegen Deutschland (kommenden Freitag in München) und am 10. September mit dem Heimspiel gegen Irland bevor.

Zweikampf gegen den Kapitän

Suttner weiß: „Wir müssen uns anders präsentieren als zuletzt gegen Griechenland. Nach dem guten Frühjahr und dem Sieg über Schweden waren wir wohl schon zu locker, weil sich jeder dachte, es geht so weiter.“ Ob sich Suttner vielleicht sogar einen Fixplatz im Team ausrechnet? „Das müssen andere entscheiden. Ich kann mich nur durch meine Leistungen aufdrängen.“ Denn auf seiner Position war bisher der Pittner Christian Fuchs gesetzt. Der Teamkapitän qualifizierte sich mit Schalke 04 ebenfalls für die Champions League. Über die Ziele lässt Suttner keinen Zweifel aufkommen: „Wir wollen zur Weltmeisterschaft!“ Gesetzt ist der Wullersdorfer, der 2007 jenem U20-Team angehörte, das bei der WM in Kanada sensationellerweise den vierten Platz holte, hingegen bei der Austria. So ist der Verteidiger der einzige Spieler aus dem damaligen Kader, der ohne Unterbrechung noch immer beim selben Klub tätig ist wie 2007. Gab es in dieser Zeit denn niemals Wechselabsichten? „Wenn, dann gehe ich nur ins Ausland – und Gerüchte gibt es immer wieder“, klärt der Austrianer auf, warum auch diese Transferperiode ohne einen Wechsel verlief. „Ich habe meinen Vertrag immer vorzeitig verlängert.“ Aktuell läuft dieser noch bis zum Sommer 2016.

Ein Verbleib für die restliche Karriere bei den Violetten sei vorstellbar: „Das hängt aber nicht nur von mir, sondern auch vom Verein ab.“