Eine Stadt, ein Traum. Heim für Sportler / Wiener Neustadt arbeitet an einem Riesen-Projekt: Eine mehrfunktionale Sportanlage samt Bundesliga-tauglichem Fußballstadion soll im Süden des Landes entstehen.

Erstellt am 23. März 2014 (23:59)
NOEN, Franz Baldauf
Hat das Stadion in der Giltschwertgasse ausgedient? Geht es nach der Stadt Wiener Neustadt und ihren Bürgern, stellen sich die SC-Fans in der Zukunft an einem neuen Standort zum Security-Check an.

Kleine Schritte, viele Gespräche. Der Traum von der mehrfunk tionalen Sportanlage in Wiener Neustadt steckt noch in den Kinderschuhen. Es war vergangenen Juni als SPÖ-Sportstadtrat Horst Karas und Sportstadt-Manager Rainer Spenger dieses Vorhaben zum ersten Mal an die Öffentlichkeit trugen. Seit dem sind die Protagonisten fleißig unterwegs. Der Sport der Stadt soll eine neue Heimat finden – neben dem Fußballstadion als Kern sollen auch Kegler, Baseballer, Leichtathleten und Co. dort einziehen.

Als einer der ersten Schritte wurde ein möglicher Standort festgelegt: Die Wahl fiel auf den ehemaligen Schießplatz in unmittelbarer Nähe der Autobahnabfahrt Wiener Neustadt West. Weiterer Faktor: Im Umkreis von wenigen hundert Metern befinden sich der Baseballplatz und die Sportmittelschule. Von einem fixen Baubeginn ist noch nichts zu hören. „Die mehrfunktionale Sportanlage kommt unter zwei Voraussetzungen. Erstens: Es kommt zu einer Drittelfinanzierung zwischen Stadt, Land und Bund. Zweitens: Die Stadt kann ihr Drittel aus Grundstücksveräußerungen bezahlen“, erklärt Spenger. Unter den Flächen, die Wiener Neustadt verkaufen würde, wäre auch das aktuelle Stadion des Bundesligisten in der Giltschwertgasse. „Das Interesse daran ist da. Wichtig ist, dass dieses Projekt das Budget und somit den Steuerzahler nicht belasten wird“, so Spenger weiter. Der Sportstadt-Manager meint: „Optimal wäre, wenn wir noch 2014 zu einer Lösung mit Land und Bund kommen würden.“

Vonseiten des Landes meint Lukas Reutterer, Büroleiter von ÖVP-Sportlandesrätin Petra Bohuslav: „Uns wurde das Projekt seitens der Stadt noch nicht vorgestellt. Ich kenne auch kein Konzept. Aus diesem Grund kann ich es leider nicht kommentieren.“

SC Wiener Neustadt im Kontakt mit der Stadt 

Beim Fußball-Bundesligisten der Stadt, dem SC, stehen die Verantwortlichen in engem Kontakt zur Stadt. Bei der Beiratssitzung in der Vorwoche tauschten sich die Unterstützer und Sponsoren gemeinsam mit Spenger sowie ÖVP-Vizebürgermeister Christian Stocker und ÖVP Wiener Neustadt-Klubobmann Philipp Gruber über die Pläne aus. Thema waren auch die nächsten Umbauarbeiten im aktuellen Stadion – und die weiteren Arbeitsschritte. So muss für ein A-Kriterium im Anforderungskatalog der Bundesliga die Gleichmäßigkeit des Flutlichts gegeben sein. Ab dem 1. Juli 2015 sind auch 1.000 Lux Mittelwert verpflichtend – beide Punkte erfüllt das SC-Stadion noch nicht. „Inwieweit gewisse Maßnahmen beim Neubau der mehrfunktionalen Sportanlage mitgenommen werden können, ist offen“, meint SC-Clubmanager Alexander Gruber. Weiters stehen als B-Kriterium 3.000 überdachte Sitzplätze im Anforderungskatalog. Gruber: „Eine wirtschaftliche Frage, aber wir sind um den Komfort der Zuschauer bemüht.“