„Einfach das Größte“. Handball / Österreichs Nationalmannschaft machte mit Siegen gegen Deutschland und Russland zuletzt Lust auf die EM. Im Verband denkt man schon einige Jahre weiter.

Von Peter Gruber. Erstellt am 07. Januar 2014 (00:00)
NOEN, APA/GEORG HOCHMUTH
Der Tullner Martin Hausleitner ist Generalsekretär des österreichischen Handball-Bundes.
Von Peter Gruber

Wenn Siege gegen Deutschland fast schon zur Randnotiz verkommen, läuft etwas schief. Oder es wurde sehr viel richtig gemacht. Für Österreichs Handball-Nationalmannschaft gilt beides: Sie hat es einerseits nach wie vor schwer, sich gegen die geballte Wintersportmacht durchzusetzen.

„Wir fragen uns schon manchmal, was wir noch machen können“, meint auch ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner. Andererseits sind Siege wie jene gegen Deutschland und Russland beim Vier-Nationen-Turnier am Wochenende sehr schön – aber nicht mehr außergewöhnlich.

Nach der EM ist vor der Bewerbung 

Österreichs Handball ist seit der Heim-EM 2010 im Stimmungshoch. Für die am Sonntag beginnende EM in Dänemark konnte sich die Nationalmannschaft erstmals auf sportlichem Wege qualifizieren. Ein Schwung, den der Verband mitzunehmen versucht. „Die Entwicklung an der Basis stimmt uns zuversichtlich“, meint Hausleitner, „eine erfolgreiche EM würde da natürlich weiterhelfen.“

Der Tullner hat auch schon das nächste Ziel vor Augen: 2020 könnte es wieder eine Heim-EM geben. Konkurrenten in der Bewerbung sind Schweden und Norwegen. Stockt der Verband von derzeit 16 auf 24 Teams auf, steht auch eine gemeinsame Austragung aller drei Länder im Raum. „Wir wären dazu bereit“, so Hausleitner.

St. Pöltner führt Nationalteam als Kapitän an

Die Gegenwart heißt nach dem letzten Testspiel am Mittwoch in Krems aber Dänemark, genauer Herning – eine Stadt mit knapp 50.000 Einwohnern, aber einer Handball-Halle für 14.000 Zuschauern, in der Österreich in der Vorrunde auf den Gastgeber, Mazedonien und Tschechien trifft.

Angeführt von Kapitän Viktor Szilagyi, der nach einer Knöchelverletzung beim Vier-Nationen-Turnier rechtzeitig fit werden sollte. „Es ist nichts gebrochen, und die Schwellung geht zurück“, meinte der 35-jährige ehemalige St. Pöltner, für den trotz mehrerer Europacup-Siege die EM etwas ganz Besonderes bleibt: „Mit seiner Nationalmannschaft bei so einem Turnier dabei zu sein ist einfach das Größte.“

Ziel der Österreicher ist das Überstehen der Vorrunde – die ersten drei steigen auf. Dänemark ist dabei unter normalen Umständen außer Reichweite, gegen Tschechien und Mazedonien traut Szilagyi seiner Mannschaft aber einiges zu. „Wir haben auch die Qualifikation in einer sehr schweren Gruppe überstanden, haben uns die EM hart erarbeitet und sind sicher alles andere als chancenlos.“
 


Termine:

8. Jänner, 20.15 Uhr:
Österreich – Ägypten (letztes Testspiel, Krems)

12. Jänner, 18.15 Uhr:
Österreich – Tschechien

14. Jänner, 20.30 Uhr:
Österreich – Dänemark

16. Jänner, 18 Uhr: Österreich – Mazedonien

(alle Spiele live in ORF Sport+)