Erstellt am 28. Dezember 2016, 01:42

von Wolfgang Wallner

Einmal um die ganze Welt. Sepp Resnik absolvierte als erster Österreicher den Ironman auf Hawaii, machte Dominic Thiem fit für die Weltklasse – und sucht mit 64 noch einmal den Nervenkitzel.

Kraftprobe am roten Platz. Sepp Resnik umrundete zuletzt 2007 die Welt auf dem Rad. Zehn Jahre später bricht der Extremsportler noch einmal auf.  |  APA/Friendshiptour

„Du musst jeden Tag an deine Grenzen gehen – und darüber hinaus!“ Wenn Sepp Resnik über Extreme spricht, flackern seine Augen. Dieses Motto galt nicht nur für sein Training mit Sportgrößen wie NÖ-Tennisstar Dominic Thiem, sondern auch für ihn selbst. 64 Jahre alt wird der Triathlon-Pionier im nächsten Jahr. Zeit für den ewig Rastlosen, noch einmal in die Pedale zu treten.

Die Zeit mit Thiem ist Geschichte. „Dreieinhalb Jahre hab’ ich’s gemacht, soll ich bis in alle Ewigkeit von Turnier zu Turnier tingeln?“ Mit unorthodoxen Methoden machte der mittlerweile pensionierte Bundesheeroffizier den Niederösterreicher fit für die Spiele. Gemeinsam schleppten sie Baumstämme durch den Wald, liefen mitten in der Nacht durch den stockdunklen Milak-Park in Wr. Neustadt. „Ich will gegen die Besten gewinnen“, hat der schmächtige 17-Jährige einst zu Resnik gesagt.

Seine Antwort: „Domi, wenn du Außergewöhnliches erreichen willst, dann musst du auch außergewöhnlich hart trainieren. Wenn’st mittelmäßig werden willst, dann brauchst du mich nicht.“ Seine Mission mit Thiem sieht der gebürtige Steirer als abgeschlossen, arbeitete noch vor Weihnachten mit der jungen serbischen Tennishoffnung Stefan Zivkovic (Resnik: „Ein Rohdiamant“) – jetzt sucht er eine neue Herausforderung.

"Ich damit Wings for Life unterstützen kann"

Mit den Weggefährten von einst will der Triathlon-Pionier auf dem Rad den Erdball umrunden. Zum bereits fünften Mal. Seine Begleitcrew war gleich Feuer und Flamme. „Aber sie haben gemeint, Sepp beeil’ dich. Wir sind ja nimmer die Jüngsten.“ Was den Ehrgeiz des Naturburschen nicht bremst: „So 300 Kilometer am Tag habe ich mir schon vorgenommen.“

Ein Gefährte ist nun wieder einsatzbereit. Der VW-Bus, der bei Resniks Extremtouren Schlafplatz, Gasthaus und Ersatzteillager in einem war. Resnik entdeckte ihn total überwuchert auf einem Bauernhof, ließ das Gefährt wieder aufmöbeln. „Mehr als eine Million Kilometer hat er am Buckel, da stecken viele Erinnerungen drinnen.“ Rechts neben dem Lenkrad steckt ein Kunstblumenstrauß in einer Halterung. „Wenn’st tagelang durch die pakistanische Wüste fährst, freust dich, wenn vor deiner Nase etwas blüht.“

Warum Resnik noch mal an eine (Tor-)Tour rund um die Welt denkt? „Weil es eine Gnade ist, dass ich so fit bin, dass ich es noch drauf habe. Und weil ich damit Wings for Life unterstützen kann.“ Ein Projekt, das sich der Rückenmarksforschung widmet, ins Leben gerufen von Resniks Freund, Motocross-Legende Heinz Kinigadner: „Weil er in seiner Familie erlebt, was für einen Einschnitt eine Querschnittslähmung im Leben eines Menschen bedeutet.“