Erster Weltcupsieg für Fenninger im Lienz-RTL. Anna Fenninger hat Österreichs alpinem Skiteam der Damen den ersten Riesentorlauferfolg seit fast zwei Jahren beschert und sich selbst zur Premierensiegerin im Weltcup gemacht. Die Salzburgerin fuhr am Mittwoch in Lienz von Rang sechs auf eins und ließ die Italienerin Federica Brignone (0,20 Sek. zurück) und die Französin Tessa Worley (0,39) hinter sich.

Erstellt am 28. Dezember 2011 (15:54)

Die Halbzeitzweite Stefanie Köhle landete als Sechste ihr bestes Karriereresultat. Lindsey Vonn (USA) wurde Fünfte und führt im Gesamtweltcup nun mit 599 Punkten vor Fenninger (368). Es war der erste Weltcupsieg in dieser Disziplin für Rot-Weiß-Rot seit 16. Jänner 2010, als Kathrin Zettel in Maribor gewonnen hatte. Letzte österreichische Lienz-Gewinnerin war Nicole Hosp 2003.

"Unfassbar. Im Riesentorlauf hätte ich das nicht gedacht, im Super-G war ich ja heuer schon so knapp dran", sagte die Super-Kombinations-Weltmeisterin zu ihrem ersten Weltcupsieg. Für die 22-Jährige wäre ein Podiumsplatz bereits Wahnsinn gewesen. "Ich habe sehr oft von einem Sieg geträumt, aber er hat wohl unverhofft kommen müssen. Ich bin frei drauf los gefahren."

So oft sei sie schon darauf angesprochen worden, dass es nun endlich mit dem ersten Sieg klappen müsse, das habe sie beflügelt. "Jetzt am Podium zu stehen, vor all meinen Fans, das ist das Schönste, das einem Sportler passieren kann", sagte Fenninger aufgewühlt von den Emotionen mit leicht zittriger Stimme.

Das Finale am Hochstei in der Dolomitenstadt versprach Spannung pur, lagen die Top-Sechs doch innerhalb von 0,23 Sekunden - und gleich drei Österreicherinnen mischten mit. Die hinter der Deutschen Viktoria Rebensburg (am Ende Vierte) nach dem ersten Lauf an zweiter und dritter Stelle gelegenen Köhle und Elisabeth Görgl fielen auf die Ränge sechs und sieben zurück. Köhles Freude über das beste Karriereergebnis war dennoch groß: "Die Richtung stimmt, ich habe gesehen, dass ich dabei bin. Ich freue mich so für Anna, es wurde höchste Zeit, dass sie einmal gewinnt", meinte die 25-jährige Tirolerin, die zuvor im Weltcup als beste Ergebnisse zwei neunte Riesentorlauf-Plätze zu Buche stehen hatte.

Groß war hingegen die Enttäuschung bei Görgl, die heuer in dieser Disziplin bereits die Plätze drei in Sölden und zwei in Aspen erreicht hatte. "Ich habe es probiert, aber manchmal ist es so ein schmaler Grat. Es ist nicht so locker gegangen." Von den nach dem ersten Durchgang in zweiter Angriffslinie stehenden Andrea Fischbacher (13.), Kathrin Zettel (14.) und Marlies Schild (15.) machte nur Fischbacher als Zwölfte einen kleinen Schritt nach vorne. Die Deutsche Kathrin Hölzl, die das Rennen 2009 gewonnen hatte, schied in ihrem Comeback-Bewerb im Finale aus.