Golf: Guzys Jubiläum und Wittmanns Traum. Vor einem Jahr noch galt es als schwierig bis unmöglich, dass die European Tour der Golfer zurück nach Österreich kehrt. Die Corona-Pandemie veränderte alles. Die Tour feiert in Niederösterreich mit Turnieren in Atzenbrugg und Adamstal ein Comeback. Die dortigen „Macher“ Christian Guzy und Franz Wittmann sind aus dem Häuschen.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 26. Juni 2020 (10:05)
Bernhard Schiesser

133 Tage ist es her, seit der Spanier Jorge Campillo bei den Qatar Masters in Doha den Ball zum Sieg versenkte. Seither ruht bei der European-Tour der Profigolfer der Ball. Das  Comeback steigt nun ausgerechnet mit zwei Events in Niederösterreich. 

Von 9. bis 12. Juli schlägt Europas Golfelite im Rahmen der Austrian Open im Diamond Country Club Atzenbrugg ab. Eine Woche später geht es bei den Euram Bank Open in Adamstal zur Sache. Beide Turniere sind mit 500.000 Euro Preisgeld vergleichsweise niedrig dotiert. Welche Topstars ins Land kommen ist deshalb noch unsicher. 

Ob Schwab spielt, entscheidet sich am Sonntag

Fix ist bislang nur, dass die heimischen Profis  Martin Wiegele und Lukas Nemecz starten werden. ÖGV-Topstar Bernd Wiesberger spielt nicht, um Younster Mathias Schwab kämpfen die Verantwortlichen noch. Bis Sonntag soll es eine Entscheidung geben. 

Dennoch gilt die Rückkehr der European Tour nach Österreich als Sensation. Möglich wurde sie durch Atzenbrugg-Präsident Christian Guzy und Adamstal-Eigner Franz Wittmann, die gemeinsam mit Ali Al Khaffaf im Hintergrund die Fäden zogen. Die beiden Turniere zählen neben der European Tour übrigens auch zur Challenge Tour. 

Danninger sieht Schritt zurück Richtung Normalität

Sportlandesrat Jochen Danninger zeigte sich im Rahmen der Pressekonferenz am Freitag in Atzenbrugg begeistert, dass zwei Top-Sportevents in Niederösterreich stattfinden können: „Als Sportlandesrat bin ich richtig erleichtert, dass wir nach vielen Absagen nicht auf diesen Fixpunkt in unserem Veranstaltungskalender – ein internationales Spitzengolfturnier – verzichten müssen. Und heuer sind es sogar zwei Turniere! In Niederösterreich ist die European Tour der erste internationale Sportevent, der seit Beginn der Coronavirus-Pandemie stattfindet. Die Freude darüber ist natürlich sehr groß, denn der Sport hat gerade in schwierigen Zeiten einen sehr hohen Stellenwert. Nun läuten wir also die Rückkehr zur Normalität mit Drive, Pitch und Putt ein.“ 

Danninger liegt als Tourismus- und Wirtschaftslandesrat freilich auch das positive Fortkommen in Sachen Wertschöpfung am Herzen. Die wird aber geringer ausfallen, wie üblich da keine Zuschauer erlaubt sein werden. „Die 144 Gilfer mit ihren Team werden aber trotzdem die Hotels un Restaurants nutzen. Zusätzlich werden wunderbare Bilder von Niederösterreich nach ganz Europa gelangen, die unser Golfangebot weit über die Grenzen hinaus bekannt machen.“ 

Sehr arbeitsintensive Wochen hat ÖGV-Generalsekretär Robert Fiegl hinter sich. Er war maßgeblich damit betraut bezüglich Corona-Richtlinien mit den Verantwortlichen der Tour und den österreichischen Behörden zu vermitteln. Herausgekommen sei ein ambitioniertes Sicherheitskonzept. „Besten Dank für die tolle Zusammenarbeit mit dem Sportministerium.“ 

Atzenbrugg-Comeback nach einem Jahr Pause

Routinier in Sachen European Tour ist Atzenbrugg-Präsident Christian Guzy. Nach einem Jahr Pause kehrt die Tour in den Diamond Country Club zurück. „Wir freuen uns über unser 10-jähriges Jubiläum. Besten Dank für das Vertrauen der Tour-Verantwortlichen. Das heurige Turnier findet freilich auf Grund der Corona-Krise unter ganz besonderen Bedingungen statt. Es wird strenge behördliche Vorschriften geben, die wir selbstverständlich nach bestem Wissen und Gewissen einhalten und die spezielle Maßnahmen erfordern werden. Wir sind aber gewappnet“, freut sich Guzy. 

Wittmann erfüllt sich Lebenstraum

Gar ein Lebenstraum geht für Franz Wittmann in Erfüllung. Seinen Sieg beim WM-Lauf in Neuseeland bezeichnet der ehemalige Rallye-Pilot aus ersten Traum, der zweite folgt jetzt: „Nachdem wir schon in der Challenge Tour unterwegs waren, hat sich heuer die Möglichkeit eröffnet, erstmals in die European Tour aufzusteigen. Damit wurde auch Traum Nummer Zwei Realität. Ich freue mich darüber sehr und hoffe auf eine erfolgreiche Premiere im Adamstal. Mein Dank gilt der Tour, dem heimischen Golfverband, den Sponsoren, den Regierungen und Behörden während der Coronakrise und vor allem unseren Mitgliedern und Mitarbeitern ohne deren Mitarbeit die Durchführung dieser Aufgabe nicht möglich wäre.“