SKN St. Pölten: Der Status quo

Die NÖN bekam Antworten auf die brennendsten Fragen zur SKN-Zukunft.

Erstellt am 18. Oktober 2021 | 20:30
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Die sportliche Krise scheint nach dem 6:1-Sieg über den GAK überwunden. Die strukturelle Zukunft steht kurz vor der Klärung: Sport-Vorstand Thomas Nentwich und General-Manager Andreas Blumauer wirkten gelöster als zuletzt.
Foto: Wallner

Vielleicht lag‘s am grandiosen 6:1-Sieg über den GAK: (Noch-) General-Manager Andreas Blumauer und Präsident Helmut Schwarzl beantworteten jedenfalls alle offenen Fragen in einem Hintergrundgespräch mit der NÖN.

Blumauer-Rückzug

Der sei keinesfalls auf Druck von innen oder außen passiert. „Ich fühle mich einfach leer“, gab der mit Jahresende scheidende Langzeitmanager unumwunden zu. Hauptgrund für die Überlastung sei gewesen, dass Blumauer nach dem Ausscheiden von Sportdirektor Georg Zellhofer wieder alle Verantwortung alleine schultern musste.

Kommende Struktur

Ob der SKN künftig von einem „allmächtigen“ General-Manager gelenkt wird, so wie es mit Ausnahme der kurzen Zellhofer-Ära lange Jahre der Fall war, oder sich zwei gleichberechtigte – eine für Sport, eine für Wirtschaft – Führungskräfte die Agenden teilen, sei laut Schwarzl personenabhängig. Grundsätzlich tendiere man aber Richtung Doppelspitze.

Scherb oder Schlaudraff?

Es ist in St. Pölten ein offenes Geheimnis, dass so ziemlich alle Stakeholder eine Rückkehr von Langzeittrainer Martin Scherb vorantreiben. Auch Schwarzl sieht die Vorteile und die Notwendigkeit, eine zusätzliche Integrationsfigur beim SKN zu haben. Zuletzt fiel aber immer wieder der Name Jan Schlaudraff. Der ehemalige Bayern-Stürmer war zuletzt Sportdirektor bei Hannover 96 und wurde von SKN-Kooperationspartner VfL Wolfsburg angeboten. Schwarzl klärt auf: „Wir brauchen jedenfalls einen Geschäftsführer für die GmbH. Schlaudraff und Scherb werden das beide eher nicht sein.“ Weil Schlaudraff von Wolfsburg finanziert werden würde, heißt das Match somit „Wirtschaftlichkeit gegen Lokalkolorit“. Schwarzl betont: „Wir entscheiden selbst, welchen Weg wir gehen. Das ist lediglich ein Angebot der Wolfsburger, für das wir sehr dankbar sind.“ In den nächsten Tagen sollen entscheidende Gespräche geführt werden. Die Kooperation mit den Norddeutschen lobt Schwarzl über alle Maßen: „Die Zusammenarbeit läuft hervorragend, partnerschaftlich und auf Augenhöhe.“ Schwarzl gibt auch unumwunden zu: „Ohne den Wolfsburg-Deal wäre es wirtschaftlich ganz, ganz schwer geworden.“

Die „Schreier-Connexion“

Mit Christoph Bachleitner schied vor Wochen ein Vertrauter des externen Beraters Frank Schreier aus dem SKN-Vorstand aus. Der Beratervertrag mit Spielervermittler Schreier („More than Sport“) soll gelöst werden. „Franks wichtigste Aufgabe war die Internationalisierung. Die hat er mit der Wolfsburg-Kooperation auf den Boden gebracht. Dafür sind wir ihm sehr dankbar. Fortan wird er dem SKN weiter wohlgesonnen bleiben, aber nur noch als normaler Spielervermittler auftreten“, bestätigt Schwarzl die Abnabelung von Schreier.