Im Schatten des Fußballs. Die Spitze des bandenlosen Hallenkicks wird in Österreich immer besser. Doch es fehlt an Breite, Nachwuchs und Funktionären – beim Fußball herrscht noch Konkurrenzgedanke.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 20. August 2019 (05:28)
Hauke
Nationalteamspieler unter sich. Fortunas Stefan Milenkovic (l.) und Allstar Mirza Jatic spielen in der Bundesliga gegeneinander.

Im April feierte das österreichische Futsal-Nationalteam in der Südstadt seine Länderspielpremiere, von 28. bis 31. August kämpfen die Wiener Neustädter Allstars als amtierender österreichischer Meister in der heimischen Halle um den Einzug in die Top 32 der Champions League – das gelang bisher keinem rot-weiß-roten Team. Der Aufschwung in der Spitze ändert nichts daran, dass Futsal in Österreich die breite Basis fehlt.

Seit Jahren pendelt die Zahl der Futsal-Clubs um die 20er-Marke. 49 verschiedene Vereine scheinen seit der Einführung der offiziellen ÖFB-Liga (2010/11) auf. Nur vier waren bei der ersten und der abgelaufenen Saison dabei. „Das ist leicht erklärt“, weiß Rene Gaida, Trainer und Obmann der Allstars: „Die meisten Futsal-Vereine sind One-Man-Shows.“

Der Funktionärsmangel ist ein Mitgrund, dass es noch keinen Futsal-Verein mit Nachwuchsabteilung gibt. Alle bisherigen Nachwuchsprojekte scheiterten, Meisterschaftsbetrieb gibt es keinen, obwohl bei Schulbewerben, in Landesausbildungszentren und Akademien auf Futsal gesetzt wird.

„In der Akademie wollen wir den Spielern, wenn es mit dem Profi-Fußball nicht klappt, mit Futsal eine zweite Option aufzeigen.“ Patrick Barbic

„Futsal ist die beste fußballerische Ausbildung“, ist Patrik Barbic, AKA-Trainer in St. Pölten und Teamchef des Futsal-Nationalteams, überzeugt: „In der Akademie wollen wir Spielern, wenn es mit dem Profi-Fußball nicht klappt, mit Futsal eine zweite Option aufzeigen.“

Johann Gartner, NÖFV-Präsident, sieht Futsal als „die konstruktivere Hallenfußballform“. Ein Problem stelle aber die Doppelbelastung aus Futsal und Fußball dar. Futsalspieler sind in erster Linie Regional- und Landesliga-Fußballer. „Es braucht einen großen Fußballverein, der Futsal in sein Portfolio aufnimmt, ähnlich wie den Frauenfußball, dann wird das Schule machen“, glaubt ÖFB-Futsalkoordinator Markus Kopecky. Nur so könne Futsal den nächsten Schritt machen.

Denn finanziell klafft zum Fußball eine große Lücke. Im Falle eines Champions League-Aufstiegs würden die Allstars 10.000 Euro für die Hauptrunde in Schweden bekommen. Der LASK bekam für den Einzug ins Champions League-Play-off rund fünf Millionen Euro.