Silberne Nervenprobe für Sarah Fischer

30. internationale Medaille für die Rohrendorferin Sarah Fischer. Doch das Kampfgericht sorgte in Finnland für einen EM-Krimi.

Erstellt am 06. Oktober 2021 | 02:55
Sarah Fischer
Finnisches Happy End: Sarah Fischer (im Bild mit Papa und Trainer Ewald) schnappte sich Silber in Rovaniemi. 
Foto: privat

Ein Härtetest für Psyche und Physis – und dann doch ein Happy End: Sarah Fischer war die Erleichterung anzumerken. Die Rohrendorferin sicherte sich bei der U23-Europameisterschaft im finnischen Rovaniemi Silber, hält nun bei 30 internationalen Medaillen.

„Für Sarah war das sicherlich einer ihrer schwersten Wettkämpfe“, zeigt Ewald Fischer Verständnis. Der Vater, zugleich auch Trainer der Athletin, zieht vor der Leistung den Hut: „Obwohl sie körperlich nicht ganz auf der Höhe war, hat sie Silber im Reißen, Stoßen und im Zweikampf geholt: Das ist schon bemerkenswert.“ Der Start im hohen Norden ging an die Substanz, schließlich hatte der ganze Formaufbau den Olympischen Spielen gegolten. Und wo wurde der Wettkampf zu einer echten Nervenprobe?

Fischer scheiterte an ihrem Anfangsgewicht im Reißen, schaffte die Ausbesserung aber im Zweitversuch. 93 Kilo und die Silbermedaille im Reißen waren damit in der Wertung, die 97kg, mit denen sie bei den Olympischen Spielen den Wettkampf begonnen hatte, wollten diesmal nicht gelingen. Besser ging‘s im Stoßen los, als die Athletin vom ACU Krems solide ihre 117 Kilo zur Hochstrecke brachte. Von wegen!

Das strenge Wettkampfgericht gab den Versuch ungültig. Sichtlich verunsichert scheiterte Fischer beim Zweitversuch beim Umsatz, ein „Salto nullo“ drohte. Sarah schaffte die Ausbesserung im Drittversuch und fand damit auch bei der Jury Anklang. Der Totalversager war abgewendet – und Silber im Stoßen wie auch der zweite Platz in der Gesamtwertung hinter der haushohen Favoritin Daria Akhmerova aus Russland waren der 20-Jährigen nicht zu nehmen.