European Tour gastiert beim Sprungbrett Adamstal. Europas Top-Talente gastieren nächste Woche auf Niederösterreichs wohl schönstem Golfplatz. Die Euram-Bank-Open stiegen zum bedeutendsten Turnier Österreichs auf.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 09. Juli 2019 (01:33)
APA/AFP/Estrella
Der Spanier Rafa Cabrera-Bello startete vom Adamstal aus seine große Golfkarriere. Ihn und weitere Superstars zurück in Niederösterreichs Voralpen zu holen, hält Golfklubbesitzer Franz Wittmann noch für utopisch. Träumen tut er aber schon davon. 

Franz Wittmanns Schwiegermutter, „Oma Herta“, erzählt sie gerne, die Geschichte von Rafa Cabrera Bello. Der 35-jährige Spanier ist heute einer der großen Stars der European Tour, schlug bei zahlreichen Major-Turnieren ab und stand im Ryder-Cup-Team. 2006 ging sein Stern im Adamstal auf, mit Platzrekord von 61 Schlägen gewann er sein erstes Profiturnier. Oma Herta war in Hörweite, als der junge Rafa seine Mutter anrief und ihr weinend 20 Minuten lang schilderte, wie stolz sie auf ihren Sohn sein kann.

Gut möglich, dass ab nächsten Donnerstag einer der künftigen Superstars im Adamstal auftritt. Hausherr Franz Wittmann weiß: „Wer bei uns gewinnt, kann es im internationalen Golf weit bringen.“ Die Euram-Bank-Open gehören zur European Challenge Tour, sind mit 185.000 Euro dotiert und sind nach dem Aus des European-Tour-Events in Atzenbrugg Österreichs bedeutendstes Golfturnier.

Wittmann, Rallye-Staatsmeister, steckt das Sportlergen im Blut. Sein Turnier weiterzuentwickeln oder gar in die Fußstapfen von Atzenbrugg zu treten, würde ihn reizen. Erst im April stattete Graeme MacNiven, so etwas wie der Chef-Platzerkunder der European Tour, dem Adamstal einen Besuch ab. „Der Platz ist landschaftlich einzigartig und qualitativ auf sehr hohem Niveau“, lobte der Schotte.

"Als Profisportler hat man Ziele"

Die logistischen Voraussetzungen und die Einzigartigkeit des in Ramsau bei Hainfeld in den niederösterreichischen Voralpen gelegenen Platzes wären also gegeben. Um in die Top-Liga der Golfturniere aufzusteigen, bräuchte es aber zumindest das fünffache Budget. Zum Vergleich: Das Turnier in Atzenbrugg war in seiner Blüte mit 1,5 Millionen Euro dotiert.

Das Träumen lässt sich Wittmann aber nicht verbieten: „Als Profisportler hat man Ziele und als Veranstalter auch. Natürlich wäre ein Event in der European Tour ein sportliches Ziel, aber da fehlen uns ganz einfach die finanziellen Mittel.“