Kremser Blackout war Anfang vom Ende. In einer schlichtweg verrückten Auseinandersetzung scheiterten die Kremser mit ihrem Vorhaben, dem Tabellenführer als erste Mannschaft in dieser Saison ein Bein zu stellen. Die Schwazer stolperten zu Beginn der zweiten Halbzeit zwar gehörig, fielen am Ende aber nicht. Die Niederlage der Wachauer war hauptsächlich ihrem völlig verpatzten Start ins Spiel geschuldet.

Von Bert Bauer. Erstellt am 14. November 2020 (07:50)
Elf Volltreffer von Gašper Hrastnik reichten in Schwaz nicht, um Zählbares aus Tirol mitzunehmen. Die Kremser mussten sich dem Tabellenführer nach einem kuriosen Spielverlauf 27:30 geschlagen geben.
Bert Bauer

SCHWAZ - KREMS 30:27 (18:12). Was hatte sich der UHK für dieses Match alles vorgenommen - von Revanche für die Auftakt-Niederlage bis zur Begleichung einer "offenen Rechnung"  wurde im Vorfeld gesprochen - aber ein kapitaler Fehlstart in ein Match, der in der jüngsten Klubgeschichte wohl einzigartig ist, dämpfte schnell den Optimismus.

Es begann mit Fehlpasses in Serie, überhasteten Würfen im Angriff,  gepaart mit einem katastrophalen Rückzugsverhalten, das die Gastgeber ins Fäustchen lächeln ließ. Nach elf Minuten sahen sich die Kremser mit einem blamablen 2:9-Rückstand konfrontiert. Und es lief aus Wachauer Sicht holprig weiter.

Beim Stand von 17:10 vergab Tobias Auß den zweiten Strafwurf für sein Team (29.), nachdem Jakob Jochmann schon einmal am Schwazer Supergoalie Kishou gescheitert war. Der Dynamik von Gašper Hrastnik war es zu verdanken, dass die völlig  verunsicherten UHK-Spieler zur Pause "nur" mit einem 6-Tore-Rückstand in die Kabinen schleichen mussten.

Aufholjagd nach der Pause blieb  unbelohnt

Die Hoffnung stirbt aber zuletzt. Auch im Handball, denn nach dem Wechsel waren plötzlich die Gastgeber völlig von der Rolle, gaben ein ähnliches Bild wie die Kremser zu Beginn ab. Die "Rot-Gelben" dagegen glitten langsam ins Fahrwasser ihrer letzten erfolgreichen Partie und  starteten eine sehenswerte Aufholjagd, die in Minute 38 im Ausgleich zum 20:20 durch Kenan Hasecic gipfelte. Danach hatten die Kremser sogar zweimal die Chance auf die erstmalige Führung.

Die gelang aber nicht, weil sich der Schwazer Schlussmann Aleksei Kishou wieder erfolgreich ins Spiel brachte und gleich mehrere Chancen des UHK in Serie zunichte machte. Die Heimischen legten wieder einen Zahn zu, während  die Thaqi-Schützlinge wieder leistungsmäßig abbauten. Als Jakob Jochmann beim Stand von 27:24 per Querstangenschuss den dritten Kremser Strafwurf nicht verwertete (54.), war das Match endgültig gelaufen. Das Team des Ex-Kremsers Gerry Zeiner behielt seine weiße Weste, während für die Wachauer ob der tiefschwarzen Anfangsviertelstunde noch viel Diskussionsbedarf besteht.

Tore UHK Krems: Jakob Jochmann (1), Tobias Auß (2), Fabian Posch (2), Kenan Hasecic (2), Igor Vučković (1), Aleksandar Glendža (2), Gunnar Prokop (5), David Nigg (1), Gašper Hrastnik (11).