Kremser Schlafmützen-Handball wurde plötzlich zum Wirbelwind

Erstellt am 22. September 2022 | 07:03
Lesezeit: 3 Min
Der UHK wandelte in der Nachtragspartie gegen den Erzrivalen aus Margareten lange auf den Spuren von Wilhelm Buschs Märchen "Dornröschen". Erst nach der Pause erwachten die Wachauer aus ihrem Dämmerzustand. Mittels eines phänomenalen zweiten Spielabschnitts drehte der Meister noch die Partie und setzte sich nach drei Runden erstmals an die Spitze der HLA.
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FÖRTHOF UHK KREMS - HC FIVERS WARTT MARGARETEN 28:22 (9:11). Der UHK-Anhang ahnte zu Beginn schon Böses, als ihren Lieblingen erst nach neun Minuten und 36 Sekunden durch Kapitän Marko Simek der erste Treffer gelang. Da hatten die Wiener bereits drei Tore auf dem Scoreboard. Die Heimischen liefen gegen die keineswegs überragenden Fivers stets einem knappen Rückstand nach.

Dass dieser nicht höher ausfiel, hatten sie der stabilen Defensive mit einem alles überragenden Tormann Thomas Eichberger zu verdanken. Der UHK-Schlussmann hatte am Ende 19 gehaltene Bälle in seiner Statistik stehen und wurde nach dem Schlusspfiff zurecht zum Kremser "Man-of-the-Match gekürt.

Im Angriff hatten die "Rot-gelben" vorerst noch Ladehemmung. Das Hauptmanko: Julian Pratschner und Matthias Führer waren mit passenden Zuspielen richtiggehend auf Diät gesetzt, während sich die Rückraumspieler allzu oft in der aggressiven Abwehr der Wiener  festliefen. Zur  "Hungerkur" der beiden UHK-Flügel passte danach auch die Halbzeitbilanz mit mageren zwanzig Gesamttreffern.

Die Kremser Außenspieler werden "flügge"

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Kremser plötzlich in einer anderen Verfassung. Marko Simek und Kenan Hasecic trafen binnen zwei Minuten zum 11:11-Ausgleich. Bis zum 15:15 (42.) konnte der Erzrivale dann noch dagegen halten, ehe sich die Wachauer Schritt für Schritt absetzen konnten. Julian Pratschner wärmte sich mit zwei verwandelten Strafwürfen auf, ehe er endlich am Flügel mit brauchbaren Pässen "gefüttert" wurde. Am Ende hatte der Neuzugang sieben Treffer, alle nach der Pause erzielt, im Wettspielprotokoll stehen.

Auf der anderen Seite durfte auch "Matze" Führer  seine Qualitäten beim Comeback nach seiner Fersenbeinverletzung endlich zeigen. Mit seinem Treffer zum 20:17 (47.) machte sein Team einen entscheidenden Schritt zum Punktegewinn. Die Gastgeber steigerten sich, angefeuert vom treuen Publikum, in den letzten zehn Minuten richtiggehend in einen Spielrausch, dem die Mannen aus der Hollgasse nichts mehr entgegen zu setzen hatten. So fiel der Sieg, der bei der Vorstellung der Thaqi-Schützlinge nach den ersten dreißig Minuten noch undenkbar war, am Ende sogar recht deutlich aus .

Tore UHK Krems: Julian Pratschner (7/2), Matthias Führer (5), Marko Simek (4/2), Kenan Hasecic (4), Sebastian Feichtinger (3),  Romas Kirveliavičius (2), Daniel Dicker (2), Benedikt Rudischer (1), 

Ibish Thaqi (Trainer UHK Krems): "In der zweiten Halbzeit hat sich die Mannschaft wieder als zusammengeschweißtes Team präsentiert. Der Sieg war trotz einer großen Fehlerquote unsererseits hochverdient, hat gegen die Fivers zudem auch einen großen emotionalen Wert und zeigte, dass wir uns  auf dem richtigen Weg befinden. Meinen Spielern muss aber bewusst sein, dass das Match am Samstag gegen Schlusslicht Vöslau sicherlich kein Selbstläufer sein wird, wir auf keinen Fall als Tabellenführer arrogant und überheblich auftreten dürfen."