Hosiner vom Ersatzmann zum Matchwinner. Beim 6:0 der österreichischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen die Färöer ist ein Spieler zur prägenden Figur avanciert, für den eigentlich die Ersatzbank reserviert war. Philipp Hosiner erfuhr am Freitag erst wenige Minuten vor dem Anpfiff, dass er anstelle des an Adduktorenproblemen laborierenden Marc Janko von Beginn an einlaufen würde.

Erstellt am 23. März 2013 (10:51)

Trotzdem präsentierte sich der Angreifer sofort hellwach und leitete mit zwei schnellen Toren (8., 20.) den höchsten Sieg der ÖFB-Auswahl seit 1999 (7:0 in der EM-Qualifikation gegen San Marino) ein. Als "Man of the Match" wollte sich der Austria-Goalgetter danach aber nicht bezeichnen.

"Das würde ich nicht sagen. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung", sagte er. Da sich Janko seine Blessur während der Woche zugezogen hatte und sein Einsatz zumindest fraglich war, wurde Hosiner zuletzt im Training so integriert, als ob er in der Stammelf stehen würde. "Ich war von vornherein eingestellt, von Beginn an zu spielen, und habe auch mit der Anfangsformation aufgewärmt", erzählte der Burgenländer.

Das brachte den gewünschten Erfolg, wodurch sich Hosiner nun berechtigte Hoffnungen auf einen Startplatz am Dienstag in Dublin gegen Irland machen kann. "Es ist schade, dass ich durch die Verletzung eines Mitspielers in die Mannschaft gekommen bin, aber ich bin froh, dass ich die Chance genützt habe. Am Dienstag ist ein anderes Spiel, wir werden sehen, ob der Teamchef mir die nächste Chance gibt", sagte Hosiner nach seinem zweiten Länderspiel.

Sein Debüt hatte er noch unter Interimsteamchef Willi Ruttensteiner am 7. Oktober 2011 gegeben. Damals kam der Stürmer im EM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan allerdings nur wenige Minuten (ab 88. Minute) zum Einsatz.

Der Top-Goalgetter der Bundesliga (27 Tore nach 26 Runden) hätte sein Torkonto in seinem zweiten Länderspiel noch weiter nach oben schrauben können, ließ aber vor seinen Treffern zwei hochkarätige Möglichkeiten aus. "Der Fußball ist kein Wunschkonzert. Man kann eben nicht jede Chance nützen", meinte der 23-Jährige.