Innerhofer siegte in Wengen vor Kröll und Reichelt. Der Südtiroler Christof Innerhofer hat sich am Samstag in Wengen in der Weltcup-Abfahrt auf dem Lauberhorn in 2:29,82 Minuten vor Klaus Kröll (+0,30 Sek.) und Hannes Reichelt (0,76) durchgesetzt.

Erstellt am 19. Januar 2013 (15:55)

Der norwegische Mitfavorit Aksel Lund Svindal stürzte, blieb aber unverletzt und behielt die Führung in der Abfahrtswertung.

Das mannschaftlich starke ÖSV-Ergebnis mit vier Läufern in den Top-Ten komplettierten Romed Baumann (Sechster) und Joachim Puchner (Zehnter). Max Franz landete bei seinem gelungenen Comeback 49 Tage nach dem Beaver-Creek-Sturz auf Rang 14. Die Formkurve der Österreicher Richtung Kitzbühel und WM stimmt also.

Für Innerhofer war es der fünfte Weltcupsieg seiner Karriere, der dritte in der Abfahrt. "Das war ein Wahnsinn, ich habe einen Traumlauf erwischt. Aber bei so einer Kulisse kann man eigentlich nur topmotiviert sein", jubelte Innerhofer vor 33.000 Zuschauern. "Ich war vor dem Start so aggressiv wie selten zuvor und bin dann ohne großen Fehler gefahren", berichtete der 28-Jährige nach seinem fünften Weltcup-Sieg, dem dritten in der Abfahrt. Zu den Gewinnern durfte sich auch der Franzose Johan Clarey zählen, mit 161,9 km/h im Haneggschuss sorgte der am Ende Fünftplatzierte für einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord im Weltcup.

Kröll strahlte überglücklich über Rang zwei, es war der 20. Podestplatz seiner Weltcup-Karriere. Der Steirer berichtete im Zielraum von einem "brutalen Kampf von oben bis unten". "Es war viel, viel zäher, als ich mir das vorgestellt hatte. Es war so hart und unruhig, wie ich es bisher selten bei einer Abfahrt erlebt habe", schnaufte selbst das 32-Jährige Kraftpaket ordentlich durch. Ähnliches erzählte auch Reichelt, der nach seinem zweiten Platz 2012 zum zweiten Mal in Folge aufs Wengen-Stockerl klettern durfte. "Das Schlimmste hier ist das Ziel-S. Die Beine wollen nicht mehr, der Kopf sagt aber: 'Macht weiter'."

Seinen Aufwärtstrend in der Abfahrt fortgesetzt hat Baumann. Auf Platz acht in Bormio folgte nun Rang sechs. Hinter den WM-Fixstartern Kröll und Reichelt kündigt sich nun ein enges Match um die beiden restlichen Tickets für die Abfahrt in Schladming an. Neben Baumann, Puchner und Franz hoffen auch Florian Scheiber (in Wengen 26.) und Georg Streitberger (ausgeschieden).

Die 83. Lauberhorn-Rennen gehen am Sonntag mit dem Slalom zu Ende. Da greift wieder Marcel Hirscher ins Geschehen ein.