Kletter-WM soll Medaillen und Olympiaplätze bringen. Die österreichischen Titelverteidiger Jessica Pilz und Jakob Schubert zählen bei der Kletter-WM ab Sonntag in Hachioji im Vorstieg erneut zum Favoritenkreis. Für sie geht es in Japan aber nicht nur um weitere Medaillen in ihrer Paradedisziplin, sondern auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele, bei denen Klettern in einem Jahr in Tokio mit dem Kombinationsformat seine Premiere feiert.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 09. August 2019 (06:00)
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Jessica Pilz zählt wie auch Jakob Schubert im Vorstieg zum Favoritenkreis

Um in der eigens für Olympia ersonnenen Kombination aus den drei Disziplinen Speed, Bouldern und Vorstieg konkurrenzfähig zu sein, haben die meisten Athleten das Hochgeschwindigkeitsklettern in den vergangenen zwei Jahren neu in ihr Repertoire aufnehmen müssen. Das gelang Schubert und Pilz ausgezeichnet. Der Tiroler holte im Vorjahr bei der Heim-WM in Innsbruck nach seinem erhofften Triumph im Vorstieg auch noch in der Kombination Gold, Pilz sicherte sich neben dem Titel in der Königsdisziplin zusätzlich Kombi-Bronze.

Bei der heurigen WM in Hachioji im Großraum Tokio werden die ersten jeweils sieben der insgesamt 40 Plätze für Olympia vergeben. "Das große Ziel ist die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele, das ist für mich das Allerwichtigste. Im Vorstieg ist mein Anspruch auf alle Fälle eine Medaille. Alles andere wäre für mich sicherlich eine Enttäuschung", betonte Schubert. Den letzten Feinschliff hat sich der 28-Jährige in dieser Woche in einer der zahlreichen Boulder-Hallen in Tokio geholt.

Pilz will neben dem erneuten Vorstieg-Edelmetall ebenfalls gleich im ersten Versuch das Olympiaticket lösen. "Ich habe bei den ersten Vorstieg-Weltcups gesehen, wo ich stehe, und der Podestplatz in Chamonix sowie die letzten Trainingswochen stimmen mich sehr zuversichtlich. Ich konnte gegenüber dem Saisonauftakt im Vorstieg jetzt noch einmal ordentlich nachbessern und fühle mich sehr gut", meinte die Niederösterreicherin. Die 22-Jährige bereitete sich zuletzt anders als Schubert im eineinhalb Flugstunden von Tokio entfernten Saijo auf die Titelkämpfe vor.

Die dritte Kombinationsteilnehmerin aus Österreich ist die 17-jährige Jugend-Olympiasiegerin Sandra Lettner. Außerdem treten noch Johanna Färber im Bouldern sowie Katharina Posch und Christine Schranz jeweils im Vorstieg an. Alle verfügen entsprechend ihrer Vorleistungen über Finalpotenzial.

Eröffnet werden die Titelkämpfe, die im Gegensatz zu Olympia in der Halle ausgetragen werden, am Sonntag mit der Boulder-Qualifikation der Damen. Die ersten Medaillenentscheidungen fallen am Dienstag im Bouldern für Frauen und Männer.

Die Vorstieg-Finali stehen am Donnerstag auf dem Programm, am Samstag die Speed-Entscheidungen, diese werden mit Sicherzeit ohne österreichische Finalbeteiligung über die Bühne gehen. An den folgenden zwei Tagen werde die Qualifikationen in den drei Kombi-Disziplinen ausgetragen, ehe zum Abschluss am 20. August die Damen und am 21. August die Herren ihr Kombi-Sieger und ersten Olympiateilnehmer küren. Weitere Chancen auf Olympiatickets würde es im November bei einem Qualifikationsevent in Toulouse und bei der EM im kommenden Frühjahr geben.