Keine Zusatzstrafe für Doping-Sünderin Hütthaler. Nachdem Ex-ÖSV-Betreuer Walter Mayer zu 15 Monaten teilbedingter Haft verurteilt wurde, hatte sich Triathletin Lisa Hütthaler am Donnerstag wegen Weitergabe von verbotenen Doping-Präparaten im Bezirksgericht Wien-Fünfhaus zu verantworten. Die 28-jährige gestand umfassend. Richter Christian Fink sprach sie nach dem § 22a Anti-Doping-Gesetz schuldig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Erstellt am 18. August 2011 (12:20)

Nachdem Ex-ÖSV-Betreuer Walter Mayer zu 15 Monaten teilbedingter Haft verurteilt wurde, hatte sich Triathletin Lisa Hütthaler am Donnerstag wegen Weitergabe von verbotenen Doping-Präparaten im Bezirksgericht Wien-Fünfhaus zu verantworten. Die 28-jährige gestand umfassend. Richter Christian Fink sprach sie nach dem § 22a Anti-Doping-Gesetz schuldig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Richter sah allerdings von der Verhängung einer Zusatzstrafe für Hütthaler, die im März 2008 des Blutdopings überführt und von der Nationalen Anti-Doping Agentur Austria (NADA) für 18 Monate gesperrt worden war, ab: Das Gericht hatte auf Hütthalers Verurteilung aus dem Jahr 2009 bedacht zu nehmen. Sie war damals wegen Bestechung zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt worden, nachdem sie einer Mitarbeiterin im WADA-Labor in Seibersdorf Geld angeboten hatte, wenn im Gegenzug ihre Doping-B-Probe negativ ausfalle.

Der Richter befand, bei einer Gesamtbetrachtung sei eine insgesamt fünfmonatige Bewährungsstrafe angemessen, zumal Hütthaler ein reumütiges Geständnis abgelegt und an der Aufklärung von Doping-Vergehen mitgewirkt hatte. Sie hatte unter anderem im Verfahren gegen den Sportmanager Stefan Matschiner ausgesagt.

In ihrem eigenen Verfahren gab Hütthaler zu, sie habe nach ihrer Doping-Sperre ihre nicht mehr benötigten "Restbestände" an EPO und Dynepo loswerden wollen. Zum einen habe sie sich an den mittlerweile ebenfalls abgeurteilten Ex-Radfahrer Christof Kerschbaum gewandt, der sie einst mit den benötigten illegalen Substanzen versorgt hatte.

Zum anderen habe sie Ende 2008 der Langstreckenläuferin Susanne Pumper um 250 Euro 20.000 Einheiten EPO und 30.000 Einheiten Dynepo verkauft, gab Hütthaler zu Protokoll. Pumper war im Frühjahr 2008 positiv auf EPO getestet und für zwei Jahre gesperrt worden.