„King Karl“ der Beste aller Zeiten. Fünfmal Weltmeister, dazu zwei Olympiamedaillen – das schaffte vor Benny Karl keiner.

Von Bernhard Schiesser und Claus Stumpfer. Erstellt am 10. März 2021 (02:15)
Geschafft! Benjamin Karl holte in Rogla seinen fünften WM-Titel.
GEPA pictures/ Matic Klansek, GEPA pictures/ Matic Klansek

G.O.A.T. – Greatest of all time – so wird Football-Superstar Tom Brady genannt. Passen würde das auch auf Benjamin Karl. Kein Snowboarder vor ihm schaffte fünf Weltmeister-Titel. Drei weitere WM-Medaillen, Olympiasilber und Olympiabronze runden die Sammlung des Wilhelmsburgers ab.

Dabei war der 35-Jährige bei den Titelkämpfen in Roglu besonders im Slalom nicht gerade zu den Top-Favoriten zu zählen. Eine Medaille war Karl eher im Riesentorlauf zugetraut worden, dort scheiterte er aber bereits in der Qualifikation.

„Dieser Sieg zählt zu einem der schönsten Momente in meinem Leben. Ich bin seit 2013 diesem fünften WM-Titel nachgelaufen und habe mich manchmal schon selbst gefragt, ob ich das überhaupt noch schaffen kann. Aber es gibt immer wieder Wunder in einem Sportlerleben, und hier ist eines passiert.“

„Ich war stark im Kopf"

Zu diesem Wunder pushte sich Karl selbst. Besonders vor dem Finale gegen Landsmann Andreas Prommegger schlug sich der Niederösterreicher immer wieder auf die Brust und schrie sich an: „Fighten, fighten, fighten!“ Wozu dieses Mantra gut war? „Ich neige dazu, wenn ich weiß, fix eine Medaille im Sack zu haben, extrem emotional zu werden. 2010 bei den Olympischen Spielen in Vancouver weinte ich beim Rauffahren zum großen Finale Rotz und Wasser, was für die Leistung nicht unbedingt förderlich war.“

Diesmal war ihm die Farbe der Medaille nicht egal, wollte Karl unbedingt Gold. „Ich war stark im Kopf, sagte mir: ‚Benny, heute bist du dran‘. Diesmal war mir das nicht egal“, erinnert sich der 35-Jährige an 2017 zurück, als er zweimal hinter Prommegger Silber holte.

Auch wenn Karl jetzt schon der Allergrößte seiner Zunft ist, ein großes Ziel hat er noch. Olympiagold. Die nächste Chance dazu gibt‘s nächstes Jahr bei den Spielen in Peking. „Nächstes Jahr zählt nur der Olympiasieg, Silber und Bronze habe ich ja schon.“