Wachau-Marathon: Neubeginn mit „Halbgas“

Aktualisiert am 22. September 2022 | 10:14
Lesezeit: 4 Min
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Fiebern der 23. Auflage des Wachau-Marathons am Wochenende entgegen: Organisator Michael Buchleitner, Sportlandesrat Jochen Danninger und Sabine Toifl vom Veranstaltungssponsor Wiener Städtische.
Foto: Wallner
Nach drei Jahren Pause feiert der Wachau-Marathon ein Comeback. Beim Andrang gibt‘s Luft nach oben.
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Wenn am Sonntagvormittag in Emmersdorf der Startschuss zum „Comeback“ der Wachau-Marathons fällt, ist vieles anders als noch vor der Pandemie. Der Neubeginn nach der covidbedingten Zwangspause erfolgt quasi nur mit Halbgas. Am Lauferlebnis für die Aktiven soll sich aber nichts ändern.

Rund 5.000 Teilnehmer werden bei den Bewerben (vom Viertelmarathon bis hin zur 42-Kilometer-Distanz) erwartet. Mit einem Starter-Minus „von 35 bis 40 Prozent“ im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie kalkuliert Organisator Michael Buchleitner, der einst den ersten Wachau-Marathon gewonnen hat. Die 23. Auflage heuer folgt dem Trend bei anderen Volksläufen.

„Corona hat einiges geändert“, rechnet Buchleitner erst 2024 wieder mit Starterfeldern „wie damals“. Dann wolle man „wieder dort sein, wo wir schon einmal waren“. Es gebe teilweise noch die Scheu vor Massenveranstaltungen, auch gesundheitliche Ausfälle vieler Läufer nach einer Corona-Infektion und die wirtschaftliche Krisenstimmung spielen aus Sicht des einstigen Spitzenläufers eine Rolle.

Medaillen aus Holz

„Wir mussten die Kosten senken“, gibt Buchleitner Einblick. „Unsere Teilnehmer werden davon nichts spüren. Sie profitieren von mehr Nachhaltigkeit.“ Der Bus-Transport wird zurückgefahren, stattdessen vermehrt auf die Schiene gesetzt. So ist beispielsweise im Marathon-Startgeld das Bahnticket nach Emmersdorf inkludiert. Und erstmals gibt‘s für die Finisher Medaillen aus Holz, gefertigt vom NÖ-Unternehmen Kerschbaumer aus Wiener Neustadt.

Das Ziel in der Kremser Innenstadt will auch Jochen Danninger erreichen. Der Sportlandesrat nimmt allerdings „nur den Viertelmarathon“ in Angriff: „Als Vater von zwei Töchtern spreche ich immer über Vorbildwirkung. Also zieh‘ ich diesmal selber die Laufschuhe an.“

Für Spitzenzeiten werden allerdings andere sorgen. Allen voran die kenianischen Stars. „Nach wie vor haben wir Spitzenläufer verpflichten können, allerdings nicht in dieser Breite wie früher“, sagt Buchleitner. Die Halbmarathon-Bestzeiten bei den Frauen (1:09,25, Pendis Lerakama, gelaufen 2018) und bei den Männern (59:53 Minuten, Peter Kirui, 2016) könnten also durchaus wackeln.

Strecke ist eine der schnellsten

„Nach wie vor ist die Strecke eine der schnellsten“, macht Buchleitner auch den Hobbyläufern Gusto auf flotte Zeiten, „das Schuhmaterial hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt, da ist schon eine Minute auf der Halbmarathondistanz drin“.

Einen kleinen Umweg wert ist jedenfalls die Charity-Matte in Krems-Stein. Für jede „Überquerung“ fließen zwei Spenden-Euros an ein Projekt der Caritas St. Pölten zugunsten der Menschen im ressourcenarmen Senegal.


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